Impulse – "Reeducation" und Ausstellungspolitik in Nachkriegsmünchen

Seminar: um

Collecting Point (ehem. „Verwaltungsbau“), Katharina-von-Bora-Straße, Juli 1951 - © Bayerische Staatsbibliothek München/Bildarchiv
  • um
  • Veranstaltung auf Deutsch DE
  • Dauer: 2 Stunden
  • Ort: Haus der Kunst
  • Preis: 5 €
  • Keine Anmeldung erforderlich

Seminar mit Iris Lauterbach, Zentralinstitut für Kunstgeschichte
Moderation: Sabine Brantl, Kuratorin Archiv, Haus der Kunst

Kunstausstellungen und die Förderung der Bildenden Künste waren wesentliche Bestandteile der Nachkriegspolitik der Alliierten. Das Schlagwort "Reeducation" prägte auch die Kunst- und Kulturszene in der amerikanischen Besatzungszone. Durch Abstraktion und Moderne sollte die durch das NS-Regime auferlegte kulturelle Isolierung überwunden und ein deutlicher Akzent gegen das Kunstverständnis und die Kulturpolitik des Nationalsozialismus gesetzt werden. Wichtige Schauplätze des wiederauflebenden Ausstellungsbetriebes waren in den ersten Nachkriegsjahren der Münchner Collecting Point und das Amerika Haus in den ehemaligen NSDAP-Gebäuden am Königsplatz.

Im Fokus des Seminars stehen Standort, Mitarbeiter und Ausstellungstätigkeit dieser Institutionen in den Jahren 1945 bis 1949. Einzelne Ausstellungen werden anhand von historischen Dokumenten und Fotografien exemplarisch untersucht.

Iris Lauterbach ist seit 1991 Forschungsreferentin am Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Architektur und Bildkünste in der NS-Zeit sowie die Kulturpolitik der amerikanischen Militärregierung nach 1945. 2015 erschien ihre Publikation "Der Central Collecting Point in München. Kunstschutz, Restitution, Neubeginn", die grundlegende Monografie über den Münchner Collecting Point und die amerikanische Restitutionspolitik.