Sadamasa Motonaga

Work (Water) (Werk [Wasser])

Sadamasa Work Water Courtesy Fergusmccafrey 1500 - © Motonaga Archive Research Institution Ltd.
  • Sadamasa Motonaga
  • Work (Water) (Werk [Wasser])
  • 1956
  • Installation
  • Maße variabel
  • Courtesy of Fergus McCaffrey, New York - © Motonaga Archive Research Institution Ltd.

Work (Water) (1956) war Sadamasa Motonagas Beitrag zur zweiten Gutai Outdoor Art Exhibition (Gutai-Freiluft-Kunstausstellung), die in einem Park in Ashiya, Japan, stattfand. Work (Water), das aus einer Reihe von Vinylfolien besteht, die mit gefärbtem Wasser gefüllt sind, wurde ursprünglich wie Hängematten zwischen Bäumen aufgehängt. Durch die Schwerkraft bedingt, wurden die Folien gekrümmt und hingen in der Mitte durch, wo sich das Wasser sammelte, während das sich ändernde Licht die edelsteinartigen Farben des Wassers im Tagesverlauf auf subtile Weise beeinflusste. Indem er Work (Water) und andere Kunstwerke im Freien ausstellte, hoffte Motonaga, der selbst Mitglied der Gutai Art Assocation war, würden die Besucher die physischen Eigenschaften der Kunst besser erkunden können und weniger dazu neigen, ein Bildnis oder ein Narrativ zu erwarten.

Bekanntermaßen erklärte die Gutai Art Foundation in ihrem Manifest von 1956 ihre besondere Verbundenheit mit Materialien. Die Mitglieder von Gutai, ein Begriff, der sich in etwa mit »konkret« übersetzen lässt, bemühten sich um eine ursprüngliche künstlerische Produktion durch die Interaktion von Menschen und Materialien wie Schlamm, Holzblöcken, Stofffetzen, Glühbirnen, Plastik und Vinyl sowie traditionelleren Werkstoffen wie Farbe, Leinwand und Papier. Zu den performativen Aktionen der Gruppe gehörte auch eine unbewusste, ja fast naive künstlerische Produktivität, die zu Werken führte, die eine ungehemmte Freiheit feierten. Mit ihrer entschiedenen Reaktion auf die Einförmigkeit der japanischen Gesellschaft während des Zweiten Weltkriegs, als die Propaganda eine wichtige Rolle bei der Manipulation des öffentlichen Bewusstseins spielte, wollten Sadamasa Motonaga und die anderen Gutai-Künstler ihre Landsleute zu unabhängigem Denken und Handeln inspirieren. Sie beschlossen, sich auf die Interaktion mit konkreten Rohmaterialien zu konzentrieren statt auf traditionelle Methoden, und hofften auf diese Weise eine freiere Gesellschaft für die Zukunft zu schaffen.

Megan Hines

Biografie von Sadamasa Motonaga

  • Geboren 1922 in Iga Ueno, Präfektur Mie, Japan
  • Gestorben 2011 in Takarazuka, Japan

Sadamasa Motonaga wurde zuerst mit seinen getropften Gemälden berühmt, für die er seit 1957 Lackfarben verwendete und die von der traditionellen japanischen Technik des Tarashikomi inspiriert waren; daneben stellte er auch Siebdrucke und Bilderbücher her. Er begann seine künstlerische Ausbildung 1944 bei dem Maler Hamabe Mankichi (1902–1998) und ging 1952 nach Kobe, Japan, um an der nahegelegenen Kunstakademie von Nishinomiya zu studieren. 

Nach einer kurzen figurativen Phase (in der er die Zeichentechnik des croquis und Elemente des Fauvismus übernahm), kehrte er 1953 zur Abstraktion zurück. Auf Einladung von Yoshihara Jirō (1905–1972) wurde Sadamasa Motonaga Mitglied der Kunstvereinigung Gutai. Von 1955 bis 1971 schuf er experimentelle und ortsspezifische Arbeiten (Installationen), für die er natürliche und industriell produzierte Materialien verwendete. 

Sein Werk Wasser (1956) für die zweite Gutai-Ausstellung unter freiem Himmel gilt als wegweisend, da ihr innovatives Konzept beständige Materialien (Plastik) mit instabilen, flüssigen Elementen (Wasser, Farbe und Licht) verband. Nach einem längeren Aufenthalt in New York 1966/67 begann er, Airbrush- und Acrylfarben zu verwenden, und veränderte seine Bildsprache zu präzise konturierten, rundlichen Formen in kräftig leuchtenden Farben. Motonaga erhielt zahlreiche bedeutende Preise, darunter 1983 den Japanese Art Grand Prix.