Jackson Pollock

There Were Seven in Eight (Es waren sieben von acht)

Pollock There Were Seven In Eight Mo Ma Ny 1500 - © Pollock-Krasner Foundation/VG Bild-Kunst, Bonn 2016 © 2016. Digital image, The Museum of Modern Art, New York/Scala, Florence
  • Jackson Pollock
  • There Were Seven in Eight (Es waren sieben von acht)
  • ca. 1945
  • Öl, Emaille und Kasein auf Leinwand
  • 109,2 x 259,1 cm
  • The Museum of Modern Art, New York. Mr. and Mrs. Walter Bareiss Fund and purchase, 1980. Accession Number: 429.1980 - © Pollock-Krasner Foundation/VG Bild-Kunst, Bonn 2016 © 2016. Digital image, The Museum of Modern Art, New York/Scala, Florence

Jackson Pollock war eine ebenso zentrale wie polarisierende Figur unter den Avantgardekünstlern im New York der 1940er- und 50er-Jahre. Sein Werk speiste sich aus vielen Quellen, darunter einem Interesse am surrealistischen Automatismus, bei dem die Künstler direkt auf der Leinwand arbeiteten, ohne zu versuchen, das Endergebnis zu planen oder in eine bestimmte Richtung zu lenken. Pollock war der Überzeugung, dass sich unbewusste Formen, Ideen und spirituelle Einsichten durch die Kunst veräußerlichen lassen. Er lehnte die Tradition der Linearperspektive ab, die die Malerei seit der Renaissance beherrscht hatte, und aktivierte stattdessen Farbe und Bildoberfläche in sich wandelnden Beziehungen.

There Were Seven in Eight (ca. 1945) stellt einen bedeutenden Wendepunkt in Pollocks Werk dar, denn in dieser Allover-Komposition vermengen sich Pinselstriche und die geschüttete, geträufelte und verspritzte Farbe, die seine sogenannten Drip Paintings kennzeichnet. Bei diesen Bildern arbeitete Pollock direkt auf nicht aufgezogener, auf dem Boden ausgebreiteter Leinwand, was eine übergangslose Entwicklung der riesigen Allover-Kompositionen möglich machte. Im Chaos von There Were Seven in Eight oder den eleganten, herumwirbelnden Zwischenräumen von Number 23 (1948) sind seine Anstrengungen, das untergetauchte Unbewusste durch seinen Mal-„Akt“ nach außen zu verlagern, deutlich zu erkennen, und sie zeigen, wie sehr er damit rang, seine Rolle als Künstler in der Nachkriegszeit zu definieren. So meinte Pollock 1950 gegenüber einem Interviewpartner: „Meines Erachtens benötigen neue Bedürfnisse neue Techniken. […] Der moderne Künstler lebt in einem mechanischen Zeitalter […], bearbeitet eine innere Welt und bringt sie zum Ausdruck“.

Amy Rahn

Biografie von Jackson Pollock

  • Geboren 1912 in Cody, Wyoming, Vereinigte Staaten
  • Gestorben 1956 in Springs (East Hampton), New York, Vereinigte Staaten

Jackson Pollock, der mit seinen Drip Paintings Berühmtheit erlangte, war eine der zentralen Figuren des Abstrakten Expressionismus. Auch wenn diese gestische Spritz- und Schütttechnik seine wohl größte künstlerische Errungenschaft darstellt, strebte er seine gesamte Schaffenszeit hindurch danach, Gefühle nicht lediglich darzustellen, sondern sie vielmehr auszudrücken. 

Gewisse ethnografische Anklänge, die in seinem Frühwerk erkennbar sind, können auf die frühe Begegnung mit Nachfahren indigener Völker in den amerikanischen Weststaaten zurückgeführt werden. An der Manual Arts High School in Los Angeles wurde Pollock in die Theosophie eingeführt, die seinen späteren Werken den Charakter der Unbewusstheit gab. 

1930 übersiedelte er nach New York und machte dort an der Art Students League bei dem Maler Thomas Hart Benton, einem Vertreter des amerikanischen Regionalismus, eine traditionelle Ausbildung in Komposition. 

Von 1938 bis 1942 arbeitete er für das Federal Art Project der Works Progress Administration (WPA) und entdeckte dabei die Arbeiten von Diego Rivera (1886–1957), José Clemente Orozco (1883–1949) und David Alfaro Siqueiros (1896–1974) – allesamt Vertreter des mexikanischen Muralismo, die ihn zu seinem ersten Monumentalgemälde inspirierten. Das Werk mit dem Titel Mural entstand 1943 als Auftragsarbeit für Peggy Guggenheim. 

In den späten 1940er-Jahren begründete und etablierte Pollock die Stilrichtung des Action-Painting als künstlerischen Ausdruck der existenzialistischen Geisteshaltung der Nachkriegszeit. 1950 war der bereits zu Lebzeiten international gefeierte Künstler bei der Biennale von Venedig vertreten.