David Smith

The Maiden’s Dream (Der Traum der Jungfrau)

Smith The Maidens Dream The Estate Of David Smith 1500 - © VG Bild-Kunst, Bonn 2016. Photo: Gary Gold
  • David Smith
  • The Maiden’s Dream (Der Traum der Jungfrau)
  • 1949
  • Bronze
  • 73 x 52,1 x 57,4 cm
  • The Estate of David Smith / Courtesy Hauser & Wirth - © VG Bild-Kunst, Bonn 2016. Photo: Gary Gold

David Smith war abstrakter Expressionist und ist vor allem für seine großen Stahlskulpturen bekannt. Perfidious Albion (1945) und The Maiden’s Dream (1949) sind typische Beispiele für seine Entwicklung hin zur monumentalen Bildhauerei in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Hatte er während des Krieges noch als Schweißer bei der American Locomotive Company in Schenectady, New York, gearbeitet, so zog er sich nach Kriegsende ganz auf seine Farm nach Bolton Landing zurück, um sich auf seine innovativen und überaus fantasievollen Skulpturen zu konzentrieren. Dominante Themen seiner Werke sind Gewalt, Verlust und Zerstörung, diese reflektieren sowohl seine eigene innere Zerrissenheit als auch die Realitäten der Nachkriegszeit. 

In The Maiden’s Dream hat der Künstler ein rudimentäres Porträt mit einer dreidimensionalen Zeichnung kombiniert. Dem 1941 ursprünglich als Basrelief konzipierten Sockel fügte der Künstler erst 1949 den oberen Teil hinzu. Über dem waagerecht liegenden Gesicht der Jungfrau schweben skelettartige Formen – die Abstraktion eines gerade entstehenden Traums. Dieser bleibt rätselhaft fremd und lässt den Betrachter spekulierend ob seiner Bedeutung zurück. Gespenstisch und unheilvoll zugleich, deutet diese Skulptur auf unbekannte Mächte hin, die einen ansonsten friedvollen Zustand stören.

Megan Hines

Biografie von David Smith

  • Geboren 1906 in Decatur, Illinois, Vereinigte Staaten
  • Gestorben 1956 in Shaftesbury, Vermont, Vereinigte Staaten

David Smith war ein Vertreter des Abstrakten Expressionismus. Am bekanntesten sind seine großen Stahlskulpturen. 1927 zog er nach New York, wo er an der Art Students League Malerei studierte. Häufig arbeitete er als Schweißer, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. 

Die dafür erforderlichen Fähigkeiten erwiesen sich auch bei seiner künstlerischen Praxis als nützlich. 1929 erfuhr er von Picassos Project for Sculpture (1928) und lernte den Maler John Graham (1886–1961) kennen, der ihn mit einigen Avantgardekünstlern und den Metallplastiken des Bildhauers Julio González (1886–1942) bekannt machte. 

1933 schweißte Smith seine ersten Stahlskulpturen zusammen; ab 1935 widmete er sich ausschließlich der Bildhauerei. In seiner Serie Medals of Dishonor (1937–1940) verarbeitete er seine Eindrücke von Reisen nach Europa und Russland. 1938 hatte er seine erste Einzelausstellung. Noch im selben Jahr erwarb das Museum of Modern Art in New York seine Skulptur Head (1938). 

1950 erhielt er ein Guggenheim-Stipendium; seine Werke wurden danach immer größer und abstrakter. Auch Farbe kam später gelegentlich hinzu. 1962 bat ihn die italienische Regierung, für das Festival dei Due Mondi in Spoleto 27 Skulpturen zu schaffen. 

2006 widmete ihm das Solomon R. Guggenheim Museum eine Retrospektive, die anschließend im Centre Pompidou in Paris und in der Tate Modern in London zu sehen war.