Sindoedarsono Sudjojono

Pertemuan di Tjikampek yang Bersedjarah (Historisches Treffen in Cikampek)

Sudjojono Historic Meeting In Tjikampek Museum Macan 1500
  • Sindoedarsono Sudjojono
  • Pertemuan di Tjikampek yang Bersedjarah (Historisches Treffen in Cikampek)
  • 1964
  • Öl auf Leinwand
  • 153.5 × 106 cm
  • Collection: Museum of Modern and Contemporary Art in Nusantara (Museum MACAN), Jakarta, Indonesia

In den 1950er-Jahren malte Sindoedarsono Sudjojono realistische Bilder von Menschen und alltäglichen Ereignissen im Nachkriegs-Indonesien. Bereits Anfang des Jahrzehnts hatte er sein berühmtes Credo „Zurück zum Realismus“ formuliert, mit dem er für eine Kunst eintrat, die den rakyat – den indonesischen Einwohnern – Nutzen bringen und ihr Leben verbessern sollte. 1956 übertrug er diese künstlerische Ideologie auf die politische Ebene, trat der Kommunistischen Partei Indonesiens bei und wurde ins Parlament des Landes gewählt. In den frühen 1960er-Jahren zeigten seine Gemälde dann häufiger Szenen aus dem Indonesischen Unabhängigkeitskrieg.

In Pertemuan di Tjikampek yg Bersejarah (1964) sehen wir drei Mitglieder der radikalen Jugendbewegung Menteng 31 (von links nach rechts: Chaerul Saleh, Wikana und Anak Marhaen Hanafi) bei einem Treffen Anfang November 1945, das gerade einmal drei Monate nach der Unabhängigkeitserklärung Indonesiens stattfand. Ort des Treffens der Angkatan Pemuda Indonesia (Indonesische Jugend), einer Splittergruppe der Menteng 31, war eine Reismühle in einem kleinen Distrikt namens Cikampek in West-Java. Eine Woche zuvor hatten alliierte Streitkräfte das Hauptquartier der Bewegung bombardiert. Sudjojono, ebenfalls Mitglied bei Menteng 31, war bei dem Treffen anwesend und hielt es in einer Skizze fest, die ihm dann 1964 als Vorlage für das Gemälde diente. Der Künstler schenkte es damals A. M. Hanafi, der kurz zuvor zum indonesischen Botschafter in Kuba ernannt worden war. 

Vergleicht man Pertemuan di Tjikampek yg Bersejarah mit anderen Gemälden Sudjojonos aus dieser Zeit, so werden die drei historischen Figuren ungewöhnlich stark hervorgehoben – ein Beleg dafür, dass Sudjojono ihnen ideologisch nahestand.

Ady Nugeraha

Biografie von Sindoedarsono Sudjojono

  • Geboren 1913 in Kisaran, Sumatra
  • Gestorben 1985 in Jakarta, Indonesien

Sindoesoedarsono Soedjojono war ein autodidaktischer Künstler, Kunstkritiker und Schriftsteller, der entscheidend zur Entwicklung der indonesischen Moderne beigetragen hat. Während der niederländischen Kolonialzeit in Indonesien setzte er sich für eine authentische, von kolonialeuropäischen Einflüssen befreite indonesische Kunst ein. Seine besonderen Bemühungen galten der Entwicklung einer individuellen künstlerischen Sprache; dabei befasste er sich vor allem mit der Darstellung des Alltagslebens der indonesischen Bevölkerung unter der niederländischen Kolonialherrschaft, die Mitte des 18. Jahrhunderts ihren Anfang genommen hatte. Den zu seinen Lebzeiten in der Kunst vorherrschenden Kolonialstil – den er in kritischer Absicht „Mooi Indië“ (Hübsches Ostindien) nannte – lehnte er wegen dessen verklärender Darstellungsweise der indonesischen Landschaft ab. In dem Aufsatz Indonesian Art Now and That of the Future (1939) warf Soedjojono indonesischen Künstlern vor, sich diesen Stil angeeignet zu haben. Er war an der Gründung zahlreicher Künstlervereinigungen beteiligt: PERSAGI (Vereinigung indonesischer Maler, 1937/38), SIM (Junge indonesische Künstler, 1946) und an der Vereinigung der Maler des Volkes (1947). 1950 trat er der Kommunistischen Partei Indonesiens bei und änderte seinen Stil in Richtung Sozialistischer Realismus. 1951 reiste er nach Europa, wo er in Ost-Berlin an den 3. Weltjugendspielen teilnahm. Sein Werk umfasst Gemälde, Zeichnungen, Arbeiten im Auftrag der Öffentlichkeit, Reliefarbeiten und Keramik. 1959 zog er sich aus der Politik zurück und widmete sich verstärkt der Landschaftsmalerei sowie Stillleben und Porträts.