Carol Rama

Ovale Nero (Schwarzes Oval)

Rama Ovale Nero Aishta Foundation 1500 - © Archivio Carol Rama, Torino and Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin
  • Carol Rama
  • Ovale Nero (Schwarzes Oval)
  • 1961
  • Mischtechnik und Öl auf Leinwand
  • 50 x 35 cm
  • Aishti Foundation, Beirut -Lebanon - © Archivio Carol Rama, Torino and Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin

Carol Ramas Ovale Nero (1961) ist pockennarbig und mit Markierungen versehen, die monochrome Oberfläche des Werkes strukturiert und taktil. Unter der schwarzen Farbe verborgen ist eine Palette vertrauter Gegenstände wie Puppenaugen oder zähne. Indem sie sich gefundene Objekte zu eigen macht und sie bis zur Unkenntlichkeit abstrahiert, tritt Rama mit diesem kreativen Verfahren bei Ovale Nero und anderen schwarzen Gemälden der 1960er-Jahre die Nachfolge ihrer früheren gegenständlichen Werke der 1930er- und ‘40er-Jahre an und deutet bereits den späteren Einsatz von Gummireifen an, mit denen sie in den 1970ern strukturierte, geometrische Werke schuf.

Ramas Werk kennzeichnet eine ausdrückliche Herausforderung, und so wurde etwa 1945 die erste Ausstellung ihrer figurativen Skizzen in Turin von der faschistischen Regierung geschlossen. In ihren schwarzen Gemälden, darunter Ovale Nero, ist das Thema Gewalt durch die Art ihrer Behandlung der Oberflächen, aber auch durch ihre Verwendung von dickem Impasto präsent. Dieses Werk flimmert und bricht, erzeugt eine mondartige Oberfläche, die von den Spuren ihrer Herstellung gezeichnet ist, dringt aber gewissermaßen auch in sich selbst ein. Dieses Hin und Her von Aufbau und Zerstörung ist einer der Gründe für die überwältigende Wirkung von Ovale Nero.

Caroline Wallace

Biografie von Carol Rama

  • Geboren 1918 in Turin, Italien
  • Gestorben 2015 in Turin, Italien

Die italienische Malerin Carol Rama war Autodidaktin. Am bekanntesten sind ihre kühnen und oft provokanten Aquarelle zum Thema Sexualität, auf denen oft explizit sexuelle Handlungen dargestellt sind. 

Ramas erste Einzelausstellung, die 1945 in der Galleria Faber in Turin stattfand, wurde von der faschistischen Regierung geschlossen, und viele ihrer Bilder wurden von der Turiner Polizei konfisziert. 

Erst durch eine Ausstellung im Mailänder Palazzo Reale im Jahr 1980 wurden diese Frühwerke einem breiteren Publikum bekannt. Danach wandte Rama sich erneut der erotischen Zeichnung zu. In den 1950er-Jahren wurden ihre Gemälde abstrakter, und in den 1960er-Jahren begann sie Materialbilder zu kreieren, in die sie Fundstücke und Alltagsobjekte integrierte. In den 1970er-Jahren verarbeitete sie außer Farbe und Text auch Spritzen, Kanülen, Glasperlen, Fingernägel und Gummi aus Gummireifen. 

Ende der 1960er- und Anfang der 1970er-Jahre tauschte sie sich mit angesehenen Künstlern wie Man Ray (1890–1976), Andy Warhol (1928–1987) und Orson Welles (1915–1985) aus. 2003 wurde sie auf der Biennale von Venedig für ihr Lebenswerk mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.