Isamu Noguchi

Memorial to Man (Gedenkstätte für den Menschen)

Noguchi Memorial To Man The Isamu Noguchi Foundation And Garden Museum 1500
  • Isamu Noguchi
  • Memorial to Man (Gedenkstätte für den Menschen)
  • 1947
  • Tapete
  • Maße variabel
  • The Isamu Noguchi Foundation and Garden Museum, New York © The Isamu Noguchi Foundation and Garden Museum/ VG Bild-Kunst, Bonn 2016. Photo: Photo: Soichi Sunami

Mehr als ein Jahrzehnt bevor Menschen bei ihren Reisen die Erdatmosphäre hinter sich ließen, imaginierte Isamu Noguchi eine auf den Mars verpflanzte Zivilisation, die von dort auf eine verlassene Erde zurückblickt. Eine solch beispiellose Zerstörung markierte ein irritierendes neues Kapitel in der Geschichte des Menschen. Nach den Atombombenabwürfen über Hiroshima und Nagasaki 1945 schien das Ende des Lebens auf der Erde wahrscheinlich, ja unvermeidlich zu sein. Zur Erinnerung an die ehemalige Heimat der Menschheit schlug Noguchi das Land-Art-Projekt Memorial to Man (1947) vor. Mit seinem schematisierten menschlichen Antlitz, seiner beeindruckenden Größe und dem Einsatz von Erde als Material erinnert das Projekt an alte Landzeichnungen wie die vor 1500 bis vor über 2000 Jahren entstandenen Nazca-Linien in Peru und verdeutlicht Isamu Noguchi. 

Megan Hines

Biografie von Isamu Noguchi

  • Geboren 1904 in Los Angeles, Kalifornien, Vereinigte Staaten
  • Gestorben 1988 in New York, New York, Vereinigte Staaten

Isamu Noguchi arbeitete in zahlreichen Medien und Gattungen, darunter Skulptur, Keramik, Architektur und Landschaftsarchitektur, Bühnenbild, Lichtgestaltung und Möbeldesign. Er war inspiriert von japanischen Techniken und von der amerikanischen Moderne und kooperierte mit zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern, unter ihnen die Choreografin Martha Graham (1894–1991) und der Komponist John Cage (1912–1992).

Als Sohn des japanischen Dichters Yonejirō Noguchi (1875–1947) und der amerikanischen Schriftstellerin Léonie Gilmour (1873–1933) lebte Noguchi in den Vereinigten Staaten, hielt sich jedoch auch regelmäßig in Japan auf. Er war 1922 Praktikant des Monumentalbildhauers Gutzon Borglum (1867–1941), und nach dem Besuch von Kursen für Bildhauerei gab er 1924 sein Vorstudium der Medizin an der Columbia University auf, um sich ausschließlich der Kunst zu widmen. 

1927 erhielt Noguchi ein Guggenheim-Stipendium und war für zwei Jahre Assistent im Pariser Atelier von Constantin Brâncuşi (1876–1957). Seine erste skulpturale Auftragsarbeit war News (1938), ein Symbol der Pressefreiheit für die Fassade des Associated-Press-Gebäudes an der New Yorker Rockefeller Plaza. 

Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor 1941 führte die Gegenreaktion gegen japanischstämmige Amerikaner zu einer stärkeren Politisierung seines Werks, und er ließ sich freiwillig in einem Lager in Arizona internieren. Noguchi erhielt für sein Werk zahlreiche bedeutende Auszeichnungen; 1986 vertrat er die Vereinigten Staaten auf der Biennale von Venedig.