Uzo Egonu

Mask with Musical Instruments (Maske mit Musikinstrumenten)

Egonu Mask With Musical Instruments Collection Hiltrud Egonu 1500 - © Egonu Estate c/o Grosvenor Gallery, London
  • Uzo Egonu
  • Mask with Musical Instruments (Maske mit Musikinstrumenten)
  • 1963
  • Öl auf Leinwand
  • 51 × 61 cm
  • - © Egonu Estate c/o Grosvenor Gallery, London

Im Alter von 13 Jahren zog Uzo Egonu nach England und kehrte nur noch einmal, in den 1970ern, für zwei Tage in seine nigerianische Heimat zurück. Insofern steht er für eine Gruppe afrikanischer Künstler, die, als sich ihre eigenen Nationen ihrer Unabhängigkeit entgegengingen, physisch bereits in den kosmopolitischen Hauptstädten Europas verwurzelt war. Obwohl er seine formale Ausbildung in England erhielt, wurde Egonu als Ausländer und kulturell Außenstehender diskriminiert. Sein Werk wirft ein Licht auf die einzigartigen Schwierigkeiten, mit denen Einwanderer konfrontiert waren, die sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in die Kunstmetropolen Europas zu integrieren versuchten. 

In Mask with Musical Instruments (1963) versammelte Egonu Motive, die in der westlichen Vorstellung gemeinhin mit dem traditionellen Afrika in Verbindung gebracht werden. Teil seiner rasterartigen Komposition sind ein Lehmbau mit einem Dach aus Palmblättern, zwei bogenförmig ausgezackte Muscheln, eine königliche Doppelgongglocke und eine abstrahierte festliche Maske mit ausgesparten Augenhöhlen. Obgleich europäische Künstler sich bereits viele Formen klassischer afrikanischer Kunst wegen ihres „primitiven“ Charakters angeeignet hatten, benutzte Egonu hier einige der gleichen Formen zur Hervorhebung ihrer Kennzeichnung als Tropen. Statt in tatsächlichen Traditionen verwurzelt zu sein, repräsentieren die Gegenstände in diesem Gemälde die archaischen Klischees, denen er als ein im Westen tätiger Künstler mit afrikanischen Vorfahren begegnete. Dabei übersetzt Egonu nicht direkt Formen aus der visuellen Landschaft seines Igbo-Erbes, sondern verschmilzt seine Bewunderung kubistischer Prinzipien mit seinem ganz persönlichen Gefühl einer Entfremdung von Nigeria, das seine Unabhängigkeit feierte, während er sich in London weiterhin großen Herausforderungen gegenübersah.

Joseph Underwood

Biografie von Uzo Egonu

  • Geboren 1931 in Onitsha, Nigeria
  • Gestorben 1996 in London, Vereinigtes Königreich

Bevor er im Alter von 13 Jahren nach England auswanderte, hatte Uzo Egonu bereits Malunterricht erhalten und bei einem Schulwettbewerb den ersten Preis gewonnen. Von 1949 bis 1952 studierte er an der Londoner Camberwell School of Arts and Crafts bei L. J. Daniels und Gilbert Spencer Malerei und Typografie und ging anschließend auf Reisen, um die europäischen Meister und die klassische afrikanische Kunst zu studieren. 1953 übersiedelte er nach Paris, von wo aus ihn gelegentliche Reisen nach Dänemark, Finnland und Italien führten.

Nach der Rückkehr nach England richtete sich Egonu in London ein Atelier ein und entwickelte in den 1960er-Jahren seine einzigartige Synthese aus moderner Kunst (insbesondere Kubismus und Pop-Art) und visuellen afrikanischen Sprachen (nigerianische Ornamente, Kreiskomposition und Vogelperspektiven), bei denen die Grenzen zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion verschwimmen. Obwohl Egonu seine Heimat nur einmal kurz besuchte, spiegeln seine Kompositionen – seien es Gemälde, Collagen oder Drucke – seine Verbundenheit mit afrikanischen Themen, insbesondere dem Pogrom an den Igbo von 1966 und dem nigerianischen Bürgerkrieg, wider.

1964 widmete ihm die Londoner Woodstock Gallery eine Einzelausstellung, und seine Kunst erregte auch in Nigeria Aufmerksamkeit. Egonus Werk wurde in Europa und Afrika ausgestellt, und er gewann eine Reihe von Medaillen und Preisen. 1989 war er in der richtungsweisenden, von der Londoner Hayward Gallery veranstalteten Ausstellung The Other Story vertreten.