Daniel LaRue Johnson

Freedom Now, Number 1 (Freiheit Jetzt, Nummer 1)

La Rue Johnson Freedom Now No 1 Mo Ma Ny 1500 - © 2016. Digital image, The Museum of Modern Art, New York/Scala, Florence
  • Daniel LaRue Johnson
  • Freedom Now, Number 1 (Freiheit Jetzt, Nummer 1)
  • 1964
  • Pech auf Leinwand, „Freedom Now“-Button, zerbrochene Puppe, Bügelsäge, Mausefalle, Schlauch, Holz
  • 136.6 × 140.5 × 18.9 cm
  • The Museum of Modern Art, New York. Given anonymously, 1965 - © 2016. Digital image, The Museum of Modern Art, New York/Scala, Florence

Dieses Werk, das zu Daniel LaRue Johnsons Black Constructions-Serie aus den 1960er-Jahren zählt, hinterfragt die Art, wie Menschen, die sich für die Bürgerrechte einsetzten, behandelt wurden, aus einer ganz persönlichen Perspektive. Johnson schuf Freedom Now, Number 1 (1963–1964), nachdem er selbst das Engagement der Bürgerrechtler im tiefen Süden der USA miterlebt hatte. Als eindrucksvolle politische Stellungnahme zu den Gefahren des seinerzeit in den Vereinigten Staaten tief verwurzelten Rassismus reflektiert dieses Werk die mit dem Aktivismus und gesellschaftlichen Wandel verbundenen Herausforderungen und Kämpfe. Im Mittelpunkt der Komposition steht der „Freedom Now“-Button, der dem Werk seinen Namen gibt. Bürgerrechtsaktivisten trugen diese Anstecknadel als eine Form der öffentlichen Unterstützung und Solidarität des Congress of Racial Equality (Kongress für Rassengleichheit) (CORE). Die anderen – geschwärzten, zerquetschten und zerrissenen – Gegenstände legen das Einwirken von Gewalt nahe, als sei man auf ihnen herumgetrampelt. Johnson schuf dieses Werk im Kontext der dramatischen und zerstörerischen Rassenpolitik des Jahres 1963. Damals kam es immer wieder zu gewaltsamen Übergriffen gegen Demonstranten, etwa als Martin Luther King in Birmingham, Alabama, einen Protestzug der Bürgerrechtsbewegung organisierte. Als stummes Zeugnis menschlichen Leidens ist Freedom Now, Number 1 ein Werk von großer poetischer Eindringlichkeit.

Caroline Wallace

Biografie von Daniel LaRue Johnson

  • Geboren 1938 in Los Angeles, Kalifornien, Vereinigte Staaten

Daniel LaRue Johnson war in der Kunstszene von Los Angeles bereits aktiv, bevor er in der ersten Hälfte der 1960er-Jahre am Chouinard Art Institute studierte. Schon als Student erhielt er renommierte Auszeichnungen (Whitney Fellowship, 1963) und hatte 1964 eine Einzelausstellung in der Rolf Nelson Gallery in Los Angeles. 

Johnsons Kunst veränderte sich unter dem Eindruck der Gewalt gegen die Bürgerrechtsbewegung, und er begann, provokative Assemblagen wie etwa Freedom Now, Number 1 (1963) anzufertigen. Er kombinierte oft Fundstücke wie Teile von kaputten Puppen, Metallsägen und Mausefallen, die er in Holzkästen arrangierte und dann mit schwarzer Farbe (oder Teer) vollständig übermalte. 

1965 erhielt er ein Guggenheim-Stipendium, das ihm ermöglichte, bei dem Bildhauer Alberto Giacometti (1901–1966) in Paris zu studieren. Nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten (New York City) 1966 gab Johnson seine Black Boxes auf und begann stattdessen, abstrakte Hard-Edge-Kompositionen in leuchtenden Farben, mit glänzenden Oberflächen und scharf konturierten Formen zu malen. 

Johnson schuf auch mehrere großformatige Denkmäler in abstrakten, minimalistischen Formen. Sein Werk wurde im Whitney Museum of American Art, im Guggenheim Museum und im Museum of Modern Art (alle in New York) ausgestellt.