Kim Kulim

Three Circles (Drei Kreise)

Kim Three Circles Collection Of The Artist 1500 - © Kim Kulim
  • Kim Kulim
  • Three Circles (Drei Kreise)
  • 1964
  • Stahl, Öl auf Holztafel
  • 181,5 x 91 cm
  • Courtesy the Artist - © Kim Kulim

In Kim Kulims Three Circles (1964) geht es um den kontinuierlichen Kreislauf von Schöpfung und Vernichtung, in dessen Verlauf Objekte aus dem Nichts entstehen und dann wieder ins Nichts zurückkehren. Kim versinnbildlicht hier die entgegengesetzten Pole von Zerstörung/Schöpfung, Leben/Tod als zwei zu beiden Seiten der Bildtafel angebrachte, monochrome Kreise. Wie das in der östlichen Philosophie vorherrschende Wechselspiel von Yin und Yang wird die wechselseitige Abhängigkeit dieser beiden binären Größen durch einen dritten Kreis betont, der die beiden anderen mit seinem rasanten, die dynamische Bewegung des Universums repräsentierenden Strudel in der Mitte der Komposition überlappt.

Damian Lentini

Biografie von Kim Kulim

  • Geboren 1936 in Sangju, Provinz Nord-Gyeongsang, Korea

Kim Kulim gilt als erster koreanischer Avantgardekünstler. Er arbeitete mit Film und Licht, schuf Land Art und erweiterte oft die Grenzen eines Mediums. Kulim ist im Wesentlichen Autodidakt; er brach das College ab und zog nach New York, wo er Kontakt zur Art Students League aufnahm und an mehreren Gruppenausstellungen teilnahm. 

Nach seiner Rückkehr nach Korea fand seine erste Einzelausstellung 1958 im Daegu Information Center statt. Bald ging er in seiner künstlerischen Praxis über die Malerei hinaus. In den 1960er-Jahren begann Kim, die Materialität der Malerei radikal zu betonen. Für seine künstlerischen „Dekonstruktionen“ verwendete er neben Ölfarben oft verbranntes Plastik, Vinyl und Metallstücke. Er integrierte vorgefundene Objekte in seine Malerei, schuf Installationen und führte Performances auf. 

Er spielte eine führende Rolle in mehreren Künstlergruppen (Painting 68, A. G. Group, The Fourth Group) und war in der koreanischen Kunstwelt für zahlreiche Premieren verantwortlich. Er drehte die ersten koreanischen Experimentalfilme (Civilization, Woman, Money, 1969; 1/24 Seconds, 1969), inszenierte die erste Performance mit Körpermalerei in diesem Land, begründete die koreanische Mail Art (The Relics of Mass Media, 1969) und realisierte die ersten Land-Art-Projekte in Korea (From Phenomenon to Traces, 1970).