Ernest Mancoba

Composition (Komposition)

Mancoba Composition Gordon Schachat Foundation 1500
  • Ernest Mancoba
  • Composition (Komposition)
  • 1951
  • Öl auf Leinwand
  • 61,5 x 51,5 x 2 cm
  • gordonschachatcollection, Johannesburg - Courtesy of the Estate of Ernest Mancoba and Galerie Mikael Andersen

Ernesto Mancoba war einer der ersten schwarzen modernen Künstler Südafrikas, der andere afrikanische Künstler zu einem transnationalen Dialog über die Rolle der Geste in der Abstraktion veranlasste. Nachdem er 1938 nach Frankreich gegangen war, schloss er sich der Avantgardegruppe CoBrA (Kopenhagen, Brüssel, Amsterdam) an, die von 1948 bis 1951 aktiv war. Den CoBrA-Künstlern bedeutet die ursprüngliche Erfahrung des Kunstmachens mehr als das Erreichen eines makellosen Endprodukts. Als Mitbegründer der CoBrA-Gruppe und regelmäßiger Teilnehmer an ihren Ausstellungen, verfeinerte Mancobs seine markanten Gesten und seine Farbpalette in den 1950er Jahren immer mehr, auch nachdem sich die Gruppe offiziell aufgelöst hatte.

Mancobas Composition (Komposition) (1951) zeichnet sich durch seine leuchtende Farbpalette und das lebhafte Experimentieren mit repetitiven Gesten aus, Merkmale, die gemeinhin als visuelles Echo der traditionellen afrikanischen Skulptur gedeutet werden. Composition (Komposition) beschränkt sich auf eine Palette von Primärfarben, bei der jede einzelne Pigmentkonzentration innerhalb locker geometrischer, wenn auch scharf umrissener Formen angeordnet ist.

Mancoba löste sich völlig von seiner Ausbildung in einer Missionsschule und schuf stattdessen eine Kunst, die Tradition und Vorläufer mied. Stattdessen sind seine Werke Ausdruck des sinnlichen Genießens der Kunstproduktion und feiern die Geste, die jeder Linie zugrunde liegt, sowie das physische Vergnügen, das es bereitet, Pigmente auf die Leinwand aufzutragen.

Joseph Underwood

Biografie von Ernest Mancoba

  • Geboren 1904 in Johannesburg, Südafrika
  • Gestorben 2002 in Paris, Frankreich

Ernest Mancoba gehört zu den ersten modernen schwarzen Künstlern, die in Südafrika Erfolg hatten. 1925, während seines Studiums an der anglikanischen pädagogischen Hochschule Grace Dieu, begann er mit der Holzschnitzerei. 

1929 schuf er ein modernistisches Relief mit dem Titel African Madonna. 1935 zog er nach Kapstadt, wo er sich einer Gruppe trotzkistischer Künstler anschloss. Dank der Unterstützung des Künstlers Gerard Sekoto konnte Mancoba sein Studium an der Universität von Fort Hare beenden. 

1938 erhielt er ein Stipendium, das ihm den Besuch der École nationale supérieure des Arts Décoratifs in Paris ermöglichte. Dort lernte er die dänische Künstlerin Sonja Ferlov kennen, die er 1942 heiratete. Nach der Besetzung Frankreichs durch die Deutschen wurde Mancoba in St. Denis interniert. 

1947 zog er mit seiner Frau nach Dänemark. Mancoba war Mitbegründer des avantgardistischen, marxistisch ausgerichteten Künstlerkollektivs CoBrA (1948–1951), das den Tachismus propagierte und dem auch Karel Appel (1921–2006) und Asger Jorn (1914–1973) angehörten. 

In den 1950er-Jahren wandte sich Mancoba von der Bildhauerei ab und schuf Gemälde aus unzusammenhängenden, abstrakten Formen, die auf die westafrikanischen Kota-Reliquiarfiguren Bezug nahmen. Nachdem CoBrA sich aufgelöst hatte, ließ sich Mancoba mit seiner Familie in Paris nieder. 1961 wurde er französischer Staatsbürger.