Robert Indiana

The Confederacy Alabama (Die Konföderation Alabama)

Indiana The Confederacy Alabama  Miami University Art Museum 1500 - © Morgan Art Foundation/ARS, New York/VG Bild-Kunst, Bonn 2016
  • Robert Indiana
  • The Confederacy Alabama (Die Konföderation Alabama)
  • 1965
  • Öl auf Leinwand
  • 177.8 × 152.3 cm
  • Miami University Art Museum. Photograph by Scott Kissell - © Morgan Art Foundation/ARS, New York/VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Robert Indianas The Confederacy Alabama (Die Konföderation Alabama) (1965) gehört zu der von ihm als "The Confederacy" bezeichneten Serie aus den Jahren 1965/66, einer Gruppe von vier Gemälden, die jeweils einem Staat im Bund der Südstaaten während des amerikanischen Bürgerkriegs gewidmet war, „dessen Bürger bereit waren, für die Aufrechterhaltung der menschlichen Sklaverei zu sterben“. Während Indianas frühere Werke politisch doppeldeutig waren, bestehen bei diesem Bild und dieser Serie keine Zweifel, dass sie die ehemals in der Konföderation zusammengeschlossenen Südstaaten verurteilen, in denen die Gewalt gegen Afroamerikaner in der Zeit der Bürgerrechtsbewegung besonders deutlich sichtbar war.

The Confederacy Alabama (Die Konföderation Alabama) besteht aus einer Reihe konzentrischer Ringe, die an eine Zielscheibe erinnern. In ihrer Mitte befindet sich eine bunte Karte von Alabama, die mit roten, Gewalt gegen Afroamerikaner und Bürgerrechtsaktivisten symbolisierenden Sternen übersät ist. Die mit einer Schablone aufgetragenen Worte „JUST AS IN THE ANATOMY OF MAN / EVERY NATION MUST HAVE ITS HIND PART“ („WIE BEI DER MENSCHLICHEN ANATOMIE / MUSS AUCH JEDE NATION IHR HINTERTEIL HABEN“) – eine von Indiana erfundene Formulierung, die mit dem Selbstvertrauen einer Binsenweisheit auftritt – bilden auf humorvolle Weise einen Kreis um die pinkfarbenen Umrisslinien des Staates Alabama und stellen ein unverhohlenes Gleichnis dar. In dem Jahr, in dem dieses Werk entstand, führte Martin Luther King Jr. einen Marsch der Bürgerrechtsbewegung an, der von Selma nach Montgomery, Alabama, führte. Dieses politische Ereignis wurde zunächst auf brutale Weise von staatlichen und lokalen Behörden unterdrückt, bevor es letztlich unter dem Schutz der Nationalgarde erfolgreich realisiert werden konnte. Das hier in fetten roten Buchstaben geschriebene Wort „SELMA“ nimmt auf einer traditionellen Landkarte die Stelle einer Hauptstadt ein und betont so nicht nur die offizielle Geschichte des Staates, sondern verweist auch auf die Wirklichkeit der systematischen Gewalt und Unterdrückung in diesem Staat.

Amy Rahn

Biografie von Robert Indiana

  • Geboren 1928 in New Castle, Indiana, Vereinigte Staaten

Robert Indiana ist eine zentrale Figur in der Entwicklung von Assemblage-Kunst, Hard-Edge-Farbfeldmalerei und der Pop- Art. Er besuchte die Arsenal Technical High School in Indianapolis, die für einen stark kunstorientierten Lehrplan bekannt ist. Nach dem Abschluss im Jahr 1946 trat er in das US Army Air Corps (später US Air Force) ein und begann 1949 ein Studium an der School of the Art Institute of Chicago. Vor seinem Abschluss im Jahr 1954 bereiste Indiana Frankreich und Italien und schrieb sich an der University of Edinburgh ein. Dort entstanden Gedichte, die er am Edinburgh College of Art eigenhändig illustrierte, setzte und druckte. Gegen Ende desselben Jahres kehrte Indiana nach New York zurück. 1956 begegnete er Ellsworth Kelly (1923–2015), der ihn bei der Einrichtung eines Ateliers in einem verlassenen Lagerhaus im 31 Coenties Slip unterstützte. Ab 1960 entstanden Assemblagen und frei stehende Skulpturen, die sogenannten herms (Hermen). 1961 begann Indiana mit der Serie um einen illusorischen „amerikanischen Traum“ – das erste dieser Gemälde, The American Dream I, wurde vom Museum of Modern Art in New York erworben. 1962 folgte seine erste Einzelausstellung in New York in der Stable Gallery. Bekannt ist er vor allem für die Einbeziehung von Schablonenschrift, wie in seiner international bekannten Arbeit LOVE (1966).