Wifredo Arcay

Proposition III (Vorschlag III)

Arcay Proposition Iii Courtesy David Zwirner 1500
  • Wifredo Arcay
  • Proposition III (Vorschlag III)
  • 1962
  • Holzrelief bemalt
  • 36,8 x 60,3 x 6 cm
  • Courtesy the Mayor Gallery, London; and David Zwirner, New York/London

Im Laufe der 1950er- und 1960er-Jahre entwickelte der kubanische Künstler Wilfredo Arcay eine konstruktivistische Herangehensweise in seinen Arbeiten der Geometrischen Abstraktion. Nach seinem Umzug nach Paris 1949  befreundete er sich mit dem Kreis abstrakter Künstler im Umfeld der Galerie Denise René, zu denen Künstler wie Theo van Doesburg (1883–1931), Sonia Delaunay (1885–1979) und deren Ehemann Robert Delaunay (1885–1941 ) gehörten. Zunächst wurde er als Experte für die Siebdrucktechnik bekannt, die er in Paris vorstellte. Viele seiner Bilder weisen die gleichen undurchlässigen Flächen und präzisen Konturen auf wie seine Drucke. Während seiner Zeit in Paris knüpfte er Kontakte zu Künstlern der Moderne in seiner Heimat Kuba, insbesondere zu Los Diez Pintores Concretos (Die zehn konkreten Maler), die in der Geometrischen Abstraktion eine universelle künstlerische Sprache sahen, durch die gesellschaftliches Engagement und internationaler Austausch gefördert werden könne.

1956 gab Arcay die Beschränkung auf die Leinwand auf und ging zu Wandmalerei und Reliefs über, die direktere Bezüge zu ihrer Umgebung und dem architektonischen Raum herstellten. Proposition III (1962) ist Teil seiner Werkgruppe monochromer Holzreliefs. Die Arbeit besteht aus zwei horizontalen, rechteckigen Brettern, die in ähnlichen Schwarztönen bemalt sind. Drei schwarze Quadrate sind in drei geringfügig abgestuften Abständen auf das untere Brett montiert.

Rachel Wetzler

Biografie von Wifredo Arcay

  • Geboren 1925 in Havanna, Kuba
  • Gestorben 1997 in Paris, Frankreich

Wifredo Arcay studierte an der Academia Nacional de Bellas Artes San Alejandro in Havanna Kunst und ging 1949 als Stipendiat nach Paris. Dort setzte er sein Studium an der Académie de la Grande Chaumière bis 1950 fort und besuchte das von Jean Dewasne – einem Vertreter der postkubistischen geometrischen Abstraktion – gegründete Atelier d’Art Abstrait. 1951 richtete Arcay sich im Haus von André Bloc (1896–1966) in Meudon sein erstes eigenes Atelier ein. In diesem Umfeld lernte er Künstler wie Theo van Doesburg (1883–1931) und Fernand Legér (1881–1955) kennen. 1953 führte Arcay die Serigrafie in Frankreich ein und schuf Maîtres d’Aujourd’hui – eine zwölfteilige Siebdruckedition, die den abstrakten Malern der Vorkriegszeit ein Denkmal setzte. 1954 folgte eine zweite Edition mit dem Titel Jeunes Peintres d’Aujourd’hui, die der jüngeren Generation abstrakter Künstler gewidmet war.

Ende der 1950er-, Anfang der 1960er-Jahre löste sich Arcay von der Staffeleimalerei und begann Reliefs für architektonische Räume zu entwerfen. 1953 schloss er sich der konstruktivistischen Gruppe Espace an, und von 1959 bis 1961 war er Mitglieder der kubanischen Künstlergruppe Los Diez Pintores Concretos (Die zehn konkreten Maler). Obwohl Arcay zwei Drittel seines Lebens in Frankreich verbrachte, schickte er regelmäßig Werke nach Kuba und repräsentierte sein Heimatland bei internationalen Ausstellungen, so z.B. 1955 auf der Biennale von São Paulo.