Melvin Edwards

Mojo for 1404

Edwards Mojo For 1404 Collection Of The Artist 1500 - © Melvin Edwards/VG Bild-Kunst, Bonn 2016
  • Melvin Edwards
  • Mojo for 1404
  • 1964
  • Stahl, geschweißt
  • 25.4 × 16.5 × 11.4 cm
  • Courtesy the Artist and Alexander Gray Associates, New York, NY - © Melvin Edwards/VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Bei dieser Reliefskulptur aus seiner ersten Lynch Fragments-Serie verwendete Melvin Edwards verbogenen, „gefolterten“ Stahl als Gleichnis für die rassistisch motivierte Gewalt in den Vereinigten Staaten während der 1960er-Jahre. Er nahm in diesem Werk Alltagsgegenstände wie schwere Ketten, Getriebe und andere Maschinenteile und verschmolz sie zu markanten, an menschliche Körperteile gemahnenden Formen. Nichtsdestoweniger bewahrt diesesObjekt auch die Erinnerung an sein ehemaligen Gebrauch und vervielfältigt so die potenziellen Bedeutungen der Skulptur. Die physische Sprache dieses Werks, sprich das scheinbar geschmolzene Metall, das für die in ihre Produktion eingeflossene Arbeit spricht, erzeugt in Verbindung mit den sinnträchtigen Titeln etwas, das wie gefolterte Körper erscheint. Auf diese Weise schuf Edwards poetische Metaphern für die historische Knechtung afroamerikanischer Körper. Auf Augenhöhe gehängt, sprechen die „Lynch Fragments“ den Betrachter unmittelbar an und veranlassen ihn zu einem Vergleich zwischen der augenscheinlich gewaltsamen Energie, derer es bedarf, um Stahl zu verformen, und der Brutalität rassistisch motivierter Gewalt.

Caroline Wallace

Biografie von Melvin Edwards

  • Geboren 1937 in Houston, Texas, Vereinigte Staaten

Bekanntheit erlangte Mel Edwards vor allem mit seiner von der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung inspirierten Skulpturenserie Lynch Fragments und seinen groß angelegten öffentlichen Kunstprojekten. Er erklärte einmal, dass er Bildhauer werden wollte sei ihm klar geworden, nachdem er als Kind beim Stahlschweißen zugesehen habe.

1965 schloss er sein Studium an der University of Southern California ab und hatte danach seine erste Einzelausstellung am Santa Barbara Museum of Art. Schon früh begann er, neben seiner Tätigkeit als Bildhauer auch als Lehrer zu arbeiten. 1967 übersiedelte Edwards nach New York, wo ihn das Whitney Museum of American Art 1970 als ersten afroamerikanischen Künstler mit einer Einzelausstellung ehrte.

Seine Serie Lynch Fragments besteht aus kleinen, aus kantigen Formen und Gegenständen wie Ketten, Schlössern und Werkzeugen – die jeweils eine bestimmte Bedeutung haben – zusammengesetzten Reliefs und spiegelt wider, wie Edwards die Bürgerrechtsbewegung der 1960er-Jahre erlebt hat.

Während er sich in einer zweiten Schaffensphase mit dem Vietnamkrieg auseinandersetzte, kreisten seine späteren Werke vor allem um die Frage der afroamerikanischen Identität und seine Afrikareisen.