Mohan Samant

Green Square (Grünes Viereck)

Samant Green Square Mo Ma Ny Frei 1500 - © 2016. Digital image, The Museum of Modern Art, New York/Scala, Florence
  • Mohan Samant
  • Green Square (Grünes Viereck)
  • 1963
  • Polymerfarbe, Sand und Öl auf Leinwand
  • 175,4 × 132,1 cm
  • The Museum of Modern Art, New York. Gift of Mr. George M. Jaffin, 1963 Accession Number: 334.1963 - © 2016. Digital image, The Museum of Modern Art, New York/Scala, Florence

Mohan Samant malte Green Square (1963) während eines fünfjährigen Aufenthalts in New York City (1959‒1964). Der Künstler, der damals bereits eine aufstrebende Figur in der modernen Kunstszene seiner Heimatstadt Bombay war, wurde eingeladen, seine Werke in zahlreichen Ausstellungen in den Vereinigten Staaten zu zeigen. Dort wurde ihm so große Anerkennung zuteil, dass das Museum of Modern Art, New York, Green Square unmittelbar für seine ständige Sammlung erwarb. Museumsdirektor Alfred Barr nahm das Gemälde in eine Liste außergewöhnlicher Werke auf, die in der National Gallery of Art in Washington, D.C., ausgestellt werden sollten. Doch Samants Erfolg hat auch damit zu tun, dass er die zahlreichen Bildtraditionen, denen er daheim und im Ausland begegnete, genau studierte, mit ihnen experimentierte und ein tiefes Verständnis sowie eine große Wertschätzung für sie entwickelte.

Auch wenn er unterschiedliche Grade von Figuration und Stilisierung erkundete, neigte Samant in seinen Werken insgesamt zur Abstraktion. In Green Square (Grünes Viereck) erkundet er die reine Abstraktion mit einer gesteigerten taktilen Qualität. Die Leinwand wird hier, durch Schichten von Polymerfarbe, Ölfarbe und Sand, zu einem Basrelief, dessen glatte und raue Oberflächen mehrere rechteckige Konfigurationen überlappen. Es ist verführerisch, in der Topografie der kränklich grauen und grünen, von einem schlammigen Blau umgebenen Flecken ein durch Zeit und Raum entstelltes Ödland zu sehen. Tatsächlich lässt die Ambiguität des Bildes mehrere Lesarten zu, eindeutig aber ist Samants Vorliebe für die taktilen Eigenschaften der von ihm während seiner gesamten Laufbahn verwendeten dünnen Linien als eines wirkungsvollen Mittels der abstrakten wie der gegenständlichen Darstellung.

Tiffany Floyd

Biografie von Mohan Samant

  • Geboren 1924 in Bombay, Britisch-Indien
  • Gestorben 2004 in New York, New York, Vereinigte Staaten

In Mohan Samants Gemälden kommt der Einfluss seiner indischen Heimat ebenso zum Tragen wie die Erfahrung seiner Emigration nach New York, wo er fast vierzig Jahre lang lebte. 

Er studierte an der Sir JJ School of Art bei dem im Basohli-Stil arbeitenden Miniaturmaler S. B. Palsikar (1917‒1984), machte 1952 seinen Abschluss und schloss sich der Progressive Artists’ Group an. 1956 zeichneten ihn sowohl die Academy of Fine Arts in Kalkutta als auch die Bombay Art Society mit der Goldmedaille aus. 

Noch im selben Jahr präsentierte er eine Werkauswahl im Rahmen der Ausstellung Eight Painters, die der amerikanische Sammler Thomas Keehn kuratiert hatte, und stellte auf der Biennale von Venedig aus. Ein Stipendium ermöglichte Samant 1957 und 1958, nach Rom und Ägypten zu reisen. 

Von 1959 bis 1964 hielt er sich als Stipendiat der Rockefeller Foundation in New York auf, wo er sich 1968 dauerhaft niederließ. Unter anderem arbeitete er mit Draht, den er in Form bog und auf der Leinwand befestigte. 

Auf diese Weise entstanden überwiegend abstrakte Werke mit narrativen Elementen. Darüber hinaus setzte er der Farbe Materialien wie Sand und Leim zu und experimentierte mit Papier- und Drahtcollagen. Anfang der 1960er-Jahre nahm er an Ausstellungen der Progressive Artists’ Group in New York teil, 1963 war er in der bedeutenden Wanderausstellung Dunn International vertreten.