Gustav Metzger

Drawings (Zeichnungen)

Metzger Early Drawings Collection Of The Artist 8 1500 - © Gustav Metzger/Sonke Faltien. Photo: Sonke Faltien
  • Gustav Metzger
  • Drawings (Zeichnungen)
  • 1945–1959/60
  • Verschiedene Materialien auf Papier
  • Maße unterschiedlich
  • Courtesy Gustav Metzger - © Gustav Metzger/Sonke Faltien. Photo: Sonke Faltien

Diese Auswahl von Zeichnungen Gustav Metzgers dokumentiert seinen persönlichen und künstlerischen Werdegang von seinem Studium am Sir John Cass Institute in London bis zur ersten öffentlichen Ausstellung von sich selbst zerstörender Kunst im November 1959. Metzger kam 1939 dank des Refugee Children’s Movement mit einem Kindertransport nach London. Im Winter 1946 schrieb er sich als Vollzeitstudent im Sir John Cass Institute ein, wo sein Mentor Nicholas Egon (geb. 1921) sein lebenslanges Interesse an der Beziehung zwischen Kunst und Wissenschaft weckte. Während des gesamten folgenden Jahres befasste er sich in der Bibliothek des British Museum mit verschiedenen Wissenschaften, darunter die Embyrologie. 1948 erhielt er ein Reisedokument für Staatenlose, das es ihm ermöglichte, in die Niederlande, nach Belgien und Frankreich zu reisen. In Antwerpen schrieb sich Metzger kurz an der Königlichen Akademie der Schönen Künste ein, wo ein weiblicher Akt und zwei der hier präsentierten Porträtstudien entstanden. Nach seiner Rückkehr nach England 1949 besuchte er von dem revolutionären britischen Maler David Blomberg (1890–1957) gehaltene Abendkurse. Metzger begann mit den Grenzen der Figuration zu experimentieren, und sein Zeichenstil wurde immer unakademischer. Außerdem nahm er in London seine Studien im British Museum wieder auf. Nach seinem Umzug nach King’s Lynn, Norfolk, im Jahr 1953 setzte er sich in seinen Zeichnungen zunehmend mit Bewegung im Raum auseinander. Die farbigen Zeichnungen, die er hier schuf, verweisen bereits auf seine Cardboards-(Kartons-)Installation von 1959, die er zusammen mit seinem ersten Manifest Auto-Destructive Art (Sich selbst zerstörende Kunst) ausstellte, und kündigten seine spätere Verwendung industrieller Materialien an.

Biografie von Gustav Metzger

  • Geboren 1926 in Nürnberg, Deutsches Reich (Weimarer Republik)

Gustav Metzger, Sohn polnisch-jüdischer Eltern, konnte 1939 dank eines Kindertransports nach London flüchten. Er besuchte die Cambridge School of Art in London und studierte 1948/49 mit einem Stipendium der jüdischen Gemeinschaft des Vereinigten Königreichs an der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Antwerpen. 

In den 1950er-Jahren übte er verschiedene Berufe aus und war politisch aktiv, protestierte gegen die Stationierung von Raketen im Vereinigten Königreich und kämpfte für nukleare Abrüstung. 

1959 entwickelte er das Konzept der „autodestruktiven“ Kunst und begann, zu diesem Thema zu schreiben und zu publizieren. Ausgehend vom Zerstörungspotenzial unserer Zeit, verbindet Metzger in seinem Werk Destruktion und Konstruktion und verwendet darin Abfälle in Müllsäcken, Abgase, Säuren und Flüssigkristalle. 

1966 organisierte er das internationale „Destruction in Art Symposium“ (DIAS) in London, an dem Mitglieder der Wiener Aktionisten und der Fluxus-Bewegung, Psychologen, Schriftsteller und Musiker, darunter auch John Lennon, teilnahmen. Seit den 1970er-Jahren schuf er partizipatorische Kunst mit neuen Technologien und setzte sich mit seiner eigenen Geschichte sowie mit dem Thema der Auslöschung auseinander.