Kim Kulim

Death of Sun II (Tod der Sonne II)

Kim Death Of The Sun Ii Nmca Seoul 1500 - © Kim Kulim
  • Kim Kulim
  • Death of Sun II (Tod der Sonne II)
  • 1964
  • Öl und Objekt auf Holztafel
  • 91 x 75,3 cm
  • National Museum of Modern and Contemporary Art, Korea - © Kim Kulim

Kim Kulims Death of Sun II (1964) besteht aus einem dicken schwarzen Vinylbogen, der über einen glänzenden schwarzen Sockel gespannt ist. Auf diesem Vinylbogen befinden sich mehrere kleine Unterlegscheiben aus Plastik, die der Künstler schwarz angestrichen und angezündet hat, um sie auf diese Weise mit der Oberfläche der Bildtafel zu verschmelzen. Mit Benzin zeichnete Kim dann den Umfang eines großen Kreises, den er ebenfalls in Brand setzte, wodurch sich eine sehr variabel strukturierte, gewellte Oberfläche ergab. Neben seinen rein materiellen Anliegen handelt dieses Werk von den Veränderungen im Heimatland des Künstlers nach dem Koreakrieg (1950‒1953). Kims Einsatz zerstörerischer Verfahren bei der Herstellung von Death of Sun II verweist sowohl auf die physische und gesellschaftliche Zerstörung, der Nord- wie Südkorea während des Krieges ausgesetzt waren, als auch auf die nachfolgende politische Teilung der Halbinsel, die wie dieses Werk zu einer ungleichmäßigen und instabilen Topografie widersprüchlicher Elemente führte.

Damian Lentini

Biografie von Kim Kulim

  • Geboren 1936 in Sangju, Provinz Nord-Gyeongsang, Korea

Kim Kulim gilt als erster koreanischer Avantgardekünstler. Er arbeitete mit Film und Licht, schuf Land Art und erweiterte oft die Grenzen eines Mediums. Kulim ist im Wesentlichen Autodidakt; er brach das College ab und zog nach New York, wo er Kontakt zur Art Students League aufnahm und an mehreren Gruppenausstellungen teilnahm. 

Nach seiner Rückkehr nach Korea fand seine erste Einzelausstellung 1958 im Daegu Information Center statt. Bald ging er in seiner künstlerischen Praxis über die Malerei hinaus. In den 1960er-Jahren begann Kim, die Materialität der Malerei radikal zu betonen. Für seine künstlerischen „Dekonstruktionen“ verwendete er neben Ölfarben oft verbranntes Plastik, Vinyl und Metallstücke. Er integrierte vorgefundene Objekte in seine Malerei, schuf Installationen und führte Performances auf. 

Er spielte eine führende Rolle in mehreren Künstlergruppen (Painting 68, A. G. Group, The Fourth Group) und war in der koreanischen Kunstwelt für zahlreiche Premieren verantwortlich. Er drehte die ersten koreanischen Experimentalfilme (Civilization, Woman, Money, 1969; 1/24 Seconds, 1969), inszenierte die erste Performance mit Körpermalerei in diesem Land, begründete die koreanische Mail Art (The Relics of Mass Media, 1969) und realisierte die ersten Land-Art-Projekte in Korea (From Phenomenon to Traces, 1970).

Mehr Werke von Kim Kulim in der Ausstellung

Kim Three Circles Collection Of The Artist 1500 - © Kim Kulim
Kim Kulim
Three Circles (Drei Kreise), 1964
Courtesy the Artist