Albert Newall

Composition Nr. 3 (Komposition Nr. 3)

Newall Composition No 3 Collection Of Andrew Newall 1500
  • Albert Newall
  • Composition Nr. 3 (Komposition Nr. 3)
  • 1957
  • Öl auf Holztafel
  • 51 x 61 cm
  • Privatsammlung

In England ausgebildet, aber auch ein Weltreisender, schuf Albert Newall abstrakte Kompositionen, die von seiner Imagination und von den Naturphänomenen inspiriert waren, die er als Fotograf erkundete. Hierzu zählten vor allem die zerklüfteten Felsformationen und schattigen Grotten des südafrikanischen Kaps. Newalls Gemälde, das eine ideologische und stilistische Verwandtschaft mit den Kunstrichtungen Bauhaus und De Stijl aufweist, gehörte zur ersten abstrakten Kunst, die von der südafrikanischen National Gallery gesammelt wurde. Die hier gezeigten Werke verkörpern zwei seiner Experimente mit der geometrischen Abstraktion. Bei der Composition No. 3 (1957) ging es ihm ausschließlich um Farben und Formen, die auf einer mathematischen Anordnung beruhten, und in Helmet Head (1956) verwendete er abstrakte Formen, um mit diesen Dreidimensionalität anzudeuten.

Bei der Composition No. 3 (Komposition Nr. 3) bediente Newall sich eines geometrischen Hard-Edge-Ansatzes und arrangierte vollkommen rechteckige Formen in zwei Reihen, jeweils mit drei Farbfeldern. Jeder dieser Abschnitte enthält ein kleineres dunkles Rechteck. Die Komposition, die sich hinsichtlich der Größe, Farbe, Proportion und Anordnung dieser Rechtecke unterscheidet, besteht aus sechs Variationen über ein einziges geometrisches Thema. Bei Helmet Head (Helmkopf) hingegen malte Newall abstrakte Formen, die einem Helm ähneln, weil die dunklen Partien wie ein abgeschatteter Innenraum wirken. Obwohl das Bild weniger regelmäßig und formelhaft ist als Composition No. 3, wahrt es dennoch den für die rationalistische Kunst typischen intellektuellen Formalismus. Wenn sich jemand über Newalls Abstraktionen lustig machte, reagierte er mit einem Zitat des französischen Fauvisten und Kubisten Georges Braque: „In der Kunst ist nur eine Sache von Wert: das, was sich nicht erklären lässt.“

Joseph Underwood

Biografie von Albert Newall

  • Geboren 1920 in Manchester, Vereinigtes Königreich
  • Gestorben 1989 in Kapstadt, Südafrika

Albert Newall war ein in Großbritannien geborener Maler und Fotograf, der sich 1947 in Südafrika niederließ. Vor und während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er als Luftfotograf; später kommentierte er dazu, dass dieser Blick auf die Welt, ebenso wie seine Höhlenexpeditionen, seine künstlerische Arbeit beeinflussten. 

Nach anfänglichen malerischen Experimenten mit den Stilen des Kubismus und Surrealismus wandte er sich Ende der 1950er-Jahre der Hard-Edge-Abstraktion zu. Newall nahm 1959 an der Ausstellung South African Non-figurative Art der Biennale von São Paulo teil. 

Seine Fotografien spiegeln, ebenso wie seine Gemälde, sein Interesse an Geometrie, Mustern und Schatten wider; sie erinnern an Kompositionsstrategien von Fotografen der Neuen Sachlichkeit im frühen 20. Jahrhundert. Newall hinterließ sein Werk den Menschen Südafrikas: Die Gründung der Fotografischen Sammlung der Iziko Museums of South Africa in Kapstadt 1965 geht auf eine Schenkung der Cape Tercentenary Foundation zurück; diese übergab den Museen 135 Abzüge von Nepal. 

Seit Newalls Tod wurde sein Werk in drei historischen Überblicksausstellungen abstrakter Malerei aus Südafrika gezeigt, die in der Stellenbosch Modern and Contemporary (SMAC) Gallery mit Sitz in Stellenbosch und Kapstadt zu sehen waren.

Mehr Werke von Albert Newall in der Ausstellung

Newall Helmet Head Collection Of Andrew Newall 1500
Albert Newall
Helmet Head (Helmkopf), 1956
Privatsammlung