David Medalla

Cloud Gates-Bubble Machine (Wolkentore-Seifenblasenmaschine)

Medalla Cloud Gate Reina Sofia 1500 - © David Medalla. Archivo Fotográfico Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía
  • David Medalla
  • Cloud Gates-Bubble Machine (Wolkentore-Seifenblasenmaschine)
  • 1965/2013
  • Rostfreier Stahl, Acryl, Methacrylat, Wasserpumpe, Wasser, Seife
  • 320 x 300 x 300 cm
  • Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid. Long-term loan of Baró Galería, Sao Paulo, 2014 - © David Medalla. Archivo Fotográfico Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía

Cloud Gates-Bubble Machine (1965/2013), das als »sich selbst erzeugende Skulptur« beschrieben wird, bildet und gestaltet sich ständig neu und um, wobei in der Apparatur Seifenblasen aufsteigen und sich durch diese hindurchbewegen. Das Werk, von dem es mehrere Fassungen gibt und das auf spielerische Weise einen extrem minimalistischen Sockel und Rahmen animiert, verdankt sich einer Reihe auf die Realwelt zurückgehender Inspirationen und Assoziationen, die den Künstler faszinierten. Medalla, der immer wieder den Wohnsitz wechselt, hat in Manila, New York, Paris und London gelebt, ist viel gereist und hat seine Werke an zahlreichen Orten ausgestellt. Das internationale Spektrum von Bezügen, das er mit Cloud Gates-Bubble Machine verbindet, macht dessen kosmopolitischen Charakter deutlich. Vom Kochen mit Kokosnussmilch bei sich daheim in Manila bis hin zu den Blasen einer Brauerei in Edinburgh, die Medalla einst besuchte, ahmt das Werk, wie schon sein Titel nahelegt, die veränderliche Gestalt von Wolken nach.

Allerdings sind die mit diesem Werk verbundenen Assoziationen nicht rundum positiv. Vor seinem Umzug in die Vereinigten Staaten im Alter von zwölf Jahren hat Medalla mitansehen müssen, wie seine Heimatstadt durch die Bombardierungen des Zweiten Weltkriegs in Schutt und Asche sank. Dabei erlebte er auch, wie ein philippinischer Guerillakämpfer von einem japanischen Soldaten erschossen wurde, und sah, wie der Mund des toten Soldaten blutrote Speichelblasen ausstieß.

Inspiriert von den kinetischen Skulpturen von Panagiotis »Takis« Vassilakis (geb. 1925) und Jean Tinguely (1925‒1991) führte Medalla in den 1960er-Jahren mit Cloud Gates-Bubble Machine die organische und zufallsbedingte Komponente der sich selbst bildenden Bewegung in die kinetische Kunst ein. Doch bei Cloud Gates-Bubble Machine ist diese Selbsterzeugung auch eine Bewegung in Richtung Millionen kleiner Tode, da die Blasen aus den Röhren in die Luft aufsteigen und dann rasch platzen und verschwinden.

Gemma Sharpe

Biografie von David Medalla

  • Geboren 1942 in Manila, Philippinen

David Medalla war ein Pionier der Land Art, der kinetischen Kunst und der Performance Art. Schon als Zwölfjähriger wurde er auf Empfehlung des Dichters Mark van Doren (1894–1972), einem Professor für englische Sprache an der New Yorker Columbia University, dort zum Studium zugelassen. 

Medalla studierte alte und neue Literatur, Dramen und Philosophie und lernte den philippinischen Dichter José Garcia Villa (1908–1997) kennen, der ihn in seinem Interesse an der Malerei bestärkte. 

Als er Ende der 1950er-Jahre nach Manila zurückkehrte, wurden der katalanische Dichter Jaime Gil de Biedma (1929–1990) und der Maler Fernando M. Zóbel (1924–1984) zu Förderern seiner Kunst. 

Seit den 1960er-Jahren lebt er jedoch in Europa, wo er die Unterstützung des Philosophen Gaston Bachelard (1884–1962) und des Künstlers Marcel Duchamp (1887–1968) fand. Medalla kombiniert oft Schaum, Sand oder Neon mit Konstruktionen aus Glas oder Plastik. 

Auf Medallas erste „Schaum-Maschine“, Cloud Canyons (Cloud Gates) (1963), folgten in den nächsten drei Dekaden noch viele weitere. Medalla war Gründer und Leiter der Signals Gallery (1964), der Künstlervereinigung Exploding Galaxy (1967) und der Initiative Artists for Democracy (1974–1977). Er unterrichtete in Europa und in den USA; seine Werke wurden in zahlreichen wichtigen Ausstellungen wie etwa der Kasseler documenta 5 (1972) gezeigt.