Uche Okeke

Aba Revolt (Women’s War) (Aba Aufstand [Frauenkrieg])

Okeke Aba Revolut Collection Of The Artist - © Estate of Uche Okeke, Courtesy Asele Institute, Nimo
  • Uche Okeke
  • Aba Revolt (Women’s War) (Aba Aufstand [Frauenkrieg])
  • 1965
  • Öl auf Holztafel
  • 182.9 × 12.9 cm
  • Artist’s Collection, Courtesy Asele Institute, Nimo - © Estate of Uche Okeke, Courtesy Asele Institute, Nimo

Gemeinsam mit anderen Mitgliedern der Art Society am Nigerian College of Arts, Science and Technology, Zaria (der heutigen Ahmadu Bello Universität), begründete Uche Okeke das Prinzip der „natürlichen Synthese“, das gleichermaßen auf die lokale nigerianische Geschichte wie auf modernistische europäische Formen der Kunstproduktion zurückgriff. Auf der Grundlage dieser Elemente formulierte er einen persönlichen Stil, der seine Ideologie als ein von einheimischen wie von westlichen Traditionen geprägtes Individuum spiegelte. Auch Okekes Künstlerkollegen entwickelten ihren eigenen Stil und identifizierten sich so trotz der Spaltungseffekte, die der Kolonialismus verursacht hatte, mit der Vielfalt innerhalb Nigerias.

Als Reaktion darauf, dass sie von Nigerias Eingeborenengerichten ausgeschlossen waren, kam es zu einem Massenaufstand Tausender von Igbo-Frauen, die im sogenannten Frauenkrieg von 1929 Gerichtsgebäude und Vertretungen des Kolonialministeriums angriffen. Ihre Proteste waren erfolgreich und führten schließlich zu einer Umorganisation der Gerichte, die von da an auch Frauen zugänglich waren. Mit satten Farben und expressionistischen Techniken empfand Okeke den Geist der revoltierenden Frauen nach. Die abstrakten Züge des Bildes rufen im Betrachter ein makabres Gefühl der Bedrohung aus Sicht des kolonialen Feindes hervor. Trotz ihrer maskenhaften Gesichter handelt es sich bei den Figuren zweifellos um weibliche Wesen – von den Hängebrüsten der zentralen Figuren über ihre weit ausladenden Hüften bis hin zu der Energie, die ihre tentakelartigen Frisuren verströmen. In einigen afrikanischen Ländern reichte es bereits aus, dass eine Frau sich in der Öffentlichkeit entblößte, um Männer in Machtpositionen zu beschämen. Okeke betonte hier nicht nur den Selbstbehauptungswillen der Frauen, sondern auch ihren Mut.

Biografie von Uche Okeke

  • Geboren 1933 in Nimo, Nigeria
  • Gestorben 2016 in Nimo, Nigeria

Uche Okeke, Sprössling einer Igbo-Familie aus Nordnigeria, war Mitbegründer der 1958 aus der Taufe gehobenen Zaria Art Society. Zu dieser Zeit studierte er noch am Nigerian College of Arts, Science and Technology (heute Ahmadu Bello University, Zaria). 

Das Hauptinteresse der Künstlergruppe galt der indigenen Kunst und Kultur – damit verstieß sie gegen den westlich orientierten Lehrplan der britischen Kolonialherren. Als Nigeria 1960 unabhängig wurde, publizierte die Zaria Art Society ein Manifest, das Okeke verfasst hatte. Es sprach sich in Bezug auf das künstlerische Schaffen für eine „natürliche Synthese“ von Elementen der europäischen und afrikanischen Tradition aus, um auf diese Weise einer modernen nigerianischen Kunst individuellen Ausdruck zu verleihen. 

1962 hielt Okeke sich in Lagos und München auf. Währenddessen entstand seine Oja-Serie – inspiriert von den traditionellen ornamentalen uli-Malereien, mit denen die Igbo Häuserwände und Körper schmückten. 1963 trat Okeke als Mitbegründer des Mbari Cultural Center Enugu in der Ostregion in Erscheinung, dem er von 1964 bis 1967 als Direktor vorstand. 

In den 1960er-Jahren schuf er expressive Gemälde, die sich mit den Mythen der Igbo, christlichen Sujets und dem Thema Entfremdung auseinandersetzten. Nach dem Biafra-Krieg (1967–1970) wurde Okeke zum Leiter des Fachbereichs Kunst an der University of Nigeria in Nsukka ernannt, wo er sein Konzept der „natürlichen Synthese“ institutionalisierte und die Vermittlung von Techniken aus der uli-Malerei einführte. Zu seinen Studenten gehörte auch der Künstler El Anatsui (* 1944).