Yuri Zlotnikov

  • Geboren 1930 in Moskau, Sowjetunion

Juri Slotnikow gilt als einer der Vorreiter der abstrakten Kunst in der post-stalinistischen Sowjetunion. Aufgabe der Malerei ist es in seinen Augen, „die Gesetze des psychophysiologischen motorischen Verhaltens aufzuzeigen sowie die Art und Weise, wie wir auf Farben und Formen reagieren“. Er erhielt seine Ausbildung in den 1940er-Jahren an der kommunalen Kunstschule für hochbegabte Kinder und in der Skulpturenwerkstatt des Anna Golubkina Museums. In den 1950er-Jahren arbeitete Slotnikow gemeinsam mit anderen Künstlern im Atelier von Wladimir Slepian (1930–1998) und war auf der Suche nach einer in Wissenschaft und Psychologie gründenden Bildsprache. Auf sein erstes abstraktes Gemälde, Geigerzähler (1956), folgte die berühmt gewordene Serie Signalsystem (1957–1962). Angeregt vom Werk Piet Mondrians (1872–1944), dem Mitbegründer der Gruppe De Stijl, und des suprematistischen Künstlers Kasimir Malewitsch (1878–1938) befasste sich Slotnikow mit Mathematik, Kybernetik und Psychologie. Mit seinen Gemälden, die kleine, farbintensive geometrische Elemente auf weißem Hintergrund zeigen, verfolgte er das Ziel, die menschliche Wahrnehmung und das kommunikative Potenzial abstrakter Darstellung zu verknüpfen. Nach 1962 kehrte er zur gegenständlichen Malerei zurück, und in den späten 1960er-Jahren schuf er schematische („metaphorische“) Kompositionen, zu denen er sich von Musik und den Bewegungen großer Menschenmassen inspirieren ließ. Später bevorzugte er in seinen abstrakten Improvisationen einen impulsiveren, naiven Stil. Seine erste Einzelausstellung fand 1962 statt, 2011 widmete ihm das Museum für Moderne Kunst in Moskau eine umfangreiche Retrospektive.

Werke von Yuri Zlotnikov in der Ausstellung