Wols

  • Geboren 1913 in Berlin, Deutsches Reich
  • Gestorben 1951 in Paris, Frankreich

Im Alter von 17 Jahren verließ Wols, der als führender Vertreter des Tachismus gilt, seine Eltern in Dresden, um eine Laufbahn als Künstler einzuschlagen. 

Nach einer Ausbildung zum Fotografen, die er 1930 an der Berliner Reiman-Schule begann, ging er 1932 auf Empfehlung von László Moholy-Nagy (1895–1946) nach Paris, wo er die Bekanntschaft so bedeutender Vertreter der Pariser Kunstszene wie Fernand Léger (1881–1955), Amédée Ozenfant (1886–1966) und Hans Arp (1886–1966) machte. 

In den 1930er-Jahren erweiterte er sein kreatives Spektrum um die Malerei, die Schriftstellerei, die Musik und die Fotografie. 1937 erhielt er den Auftrag, die Pariser Weltausstellung zu fotografieren. 1939, unmittelbar nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, kam er in ein Internierungslager in der Nähe von Aix-en-Provence. 

1940 floh er nach Cassis, wo er erste Zeichnungen und Aquarelle schuf. Später rückte mehr und mehr die abstrakte Kunst in den Mittelpunkt seines Interesses, und sein Schwerpunkt verlagerte sich allmählich von der Linie zum Wechselspiel von Farbfeldern und zum Drip Painting. Der Kunstkritiker Michel Tapié prägte den Begriff der „l’art autre“ (der anderen Kunst), um die Ölgemälde zu beschreiben, die Wols 1946 zu malen begann. 

Seine erste Ausstellung hatte der Künstler 1945 in der Galerie René Drouin. Ihr folgte zwei Jahre später eine zweite Ausstellung, die mit großem Beifall aufgenommen wurde. Sein Œuvre wurde postum in den drei ersten Ausgaben der documenta (1955, 1959 und 1964) gezeigt.