Wojciech Fangor

  • Geboren 1922 in Warschau, Polen
  • Gestorben 2015 in Warschau, Polen

Wojciech Fangor war Maler, Bildhauer und Grafiker. Während des Zweiten Weltkriegs nahm er Unterricht bei Tadeusz Pruszkowski (1888–1942) und Felicjan Szczęsny Kowarski (1880–1948), 1946 schloss er sein Studium an der Akademie der Schönen Künste in Warschau ab, wo er von 1953 bis 1961 auch unterrichtete. In seinen frühen Gemälden zeigte sich sein Interesse für den Expressionismus, den Impressionismus und den Kubismus. Größere Anerkennung wurde ihm jedoch erst nach seiner Hinwendung zum Sozialistischen Realismus zuteil.

Seine berühmtesten Gemälde aus dieser Periode sind Figuren (1950) und Koreanische Mutter (1951). Von 1953 bis 1961 arbeitete Fangor als Illustrator für Tageszeitungen und als Plakatkünstler und war Mitgründer der Polnischen Schule für Plakatkunst. In den späten 1950er-Jahren entstanden seine ersten optischen Gemälde – Abstraktionen verschwommener Kreise und amöbenartiger Formen in leuchtenden Farben, die er als Positive Illusory Space bezeichnete. Daneben arbeitete er als Bühnenbildner und Architekt. 1958 installierte er gemeinsam mit Stanisław Zamecznik (1909–1971) beim Salon der Nowa Kultura in Warschau deren innovatives „Environment“ Studium przestrzeni (Studium eines Raumes).

1966 übersiedelte Fangor in die Vereinigten Staaten, wo ihm das New Yorker Solomon R. Guggenheim Museum 1970 als erstem polnischen Künstler eine Einzelausstellung widmete. Später kehrte er mit seinen „Fernseh“-Gemälden, die die visuellen Effekte dieses Mediums widerspiegeln, zur gegenständlichen Malerei zurück.