Vladimír Boudník

  • Geboren 1924 in Prag, Tschechoslowakische Republik
  • Gestorben 1968 in Prag, Tschechoslowakische Republik

Vladmír Boudník war im Zweiten Weltkrieg in einem deutschen Zwangsarbeitslager interniert. Von 1945 bis 1949 studierte er Druckgrafik in Prag und avancierte anschließend zu einem einflussreichen Vertreter der tschechischen Nachkriegskunst. Zwischen Ende der 1940er- und Ende der 1950er-Jahre leistete er Pionierarbeit für die Aktionskunst; in den 1960er-Jahren ließ er psychisch Kranke an seinen Werken mitwirken.

Er war Begründer und Hauptrepräsentant des Explosionalismus und formulierte die Grundsätze der Bewegung in einer Reihe von Manifesten. In den 1950er- und 1960er-Jahren entwickelte er experimentelle Drucktechniken, die von seinen Erfahrungen als Arbeiter in unterschiedlichen Fabriken während des Kriegs und danach beeinflusst waren, so z.B. die „Aktive Grafik“ (ab 1954). Hierbei behandelte er Duraluminium mit Industriewerkzeugen und -materialien (wie Nägeln, Metallstücken oder Planscheiben) oder verbrannte es mit einem Schweißbrenner. Seine „Strukturale Grafik“ (ab 1959) bestand aus Materialien wie Sand, Stoffstücken oder Schmirgelpapier, die auf dem Bildträger befestigt wurden.

Mit diesen neu entwickelten Techniken komponierte Boudník kraftvolle Werke in unterschiedlichen Farben und begrenzter Auflage. Nach dem Krieg freundete er sich mit dem Schriftsteller Bohumil Hrabal (1914–1997) an, der im gleichen Stahlwerk arbeitete und ihn in mehreren seiner Romane verewigte.

Werke von Vladimír Boudník in der Ausstellung