Tomás Maldonado

  • Geboren 1922 in Buenos Aires, Argentinien

Der Künstler, Industriedesigner und Semiologe Tomás Maldonado besuchte die Academia Nacional de Bellas Artes in Buenos Aires. Er war Mitbegründer der 1944 entstandenen Asociación Arte Concrete-Invención und Koautor des Manifesto Invencionista (1946), in dem er seine Theorie darlegte, dass Rationalität und Objektivität dem Expressionismus überzuordnen seien. 

Maldonados frühe Gemälde – Werke der geometrischen Abstraktion – spielen mit der visuellen Wahrnehmung. Auf Einladung des Schweizers Max Bill, eines Vertreters der konkreten Kunst, folgte Maldonado 1954 einem Ruf an die Ulmer Hochschule für Gestaltung, wo er bis 1967 lehrte und deren Rektor er schließlich wurde. Er sorgte dafür, dass die legendäre Institution sich vom Bauhaus-Modell löste, und bereitete den Weg für ein vereinfachtes Konzept zur Gestaltung von Massenprodukten, die in der modernen Produkttechnik ihren Widerhall findet. 

1967 zog Maldonado nach Italien. Seine Zusammenarbeit mit Ettore Sottsass für Olivetti und sein Entwurf des Corporate Design für die Warenhauskette Gruppo Rinascente brachten ihm große Anerkennung ein. Sein 1970 entstandenes, wegweisendes Buch La speranza progettuale erschien 1972 unter dem Titel Umwelt und Revolte. Zur Dialektik des Entwerfens im Spätkapitalismus auf Deutsch. Maldonado forderte von Designern, auch über das Problem der Umweltzerstörung und den gesellschaftlichen Wandel nachzudenken. Er ist Professor für Umweltdesign an der Polytechnischen Universität Mailand.

Werke von Tomás Maldonado in der Ausstellung