Thomas Bayrle

  • Geboren 1937 in Berlin, Deutschland (damals Deutsches Reich)

Thomas Bayrle absolvierte von 1957 bis 1959 eine Ausbildung zum Weber und studierte anschließend bis 1961 an der Werkkunstschule in Offenbach – zunächst mit dem Schwerpunkt Gebrauchsgrafik. Schon bald wandte er sich der Druckgrafik zu und machte sich mit Techniken wie Lithografie und Radierung vertraut. Mit Bernhard Jäger (* 1937) gründete er 1962 die Gulliver-Presse und wurde schnell als Drucker und Verleger von Künstlerbüchern bekannt. In seiner künstlerischen Praxis verband sich sein Faible für die (Druck-)Grafik mit seiner Begeisterung für Maschinen und seiner kritischen Haltung gegenüber Mechanisierung und Massenkultur. Die serielle Wiederholung in Rasterstrukturen wurde zum Leitprinzip seines – von der amerikanischen Pop-Art beeinflussten – Wirkens.
Seine Superformen sind aus sich endlos wiederholenden kleinen Logos, Figuren oder Piktogrammen zusammengesetzt und evozieren die globalen Produktionsmechanismen des Kapitalismus.

Zuweilen integrierte Bayrle umstrittene politische Persönlichkeiten in seine Werke (z.B. in Kennedy in Berlin und in Mao und die Gymnasiasten, beide 1964) oder verarbeitete „echte“ Maschinen wie Motoren. Ab Ende der 1970er-Jahre widmete er sich der Film- und Videokunst; später wurde er zu einem Pionier der computergenerierten und -animierten Kunst. Von 1975 bis 2007 lehrte er an der Städelschule in Frankfurt am Main. Seine Arbeiten wurden wiederholt auf der Biennale von Venedig (2003 und 2009) sowie auf der documenta (1964, 1977 und 2012) gezeigt.

Werke von Thomas Bayrle in der Ausstellung