Susanne Wenger

  • Geboren 1915 in Graz, Österreich
  • Gestorben 2009 in Oshogbo, Nigeria

Susanne Wenger ist ebenso für ihre Kunst bekannt wie für ihr Engagement bei der Wiederherstellung von Yoruba-Schreinen in ihrer Wahlheimatstadt Oshogbo in Nigeria. 

Ihre Laufbahn begann mit einem Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien (1933– 1937) bei Herbert Boeckl (1894–1966). Während des Zweiten Weltkriegs blieb sie in Wien und Graz, schloss sich dem Widerstand an und half Flüchtlingen, darunter dem Phantastischen Realisten Ernst Fuchs (1930–2015). 

In dieser Zeit entstanden auch ihre ersten surrealistischen Zeichnungen. Nach dem Krieg arbeitete sie für die kommunistische Kinderzeitung Unsere Zeitung und war 1947 Mitbegründerin des Wiener Art-Clubs. 1946 reiste sie nach Italien und in die Schweiz, wo sie in der Galerie des Eaux Vives ausstellte. 

1949 lernte sie in Paris den Wissenschaftler und Autor Ulli Beier (1922–2011) kennen; das Paar heiratete wenig später und wanderte nach Nigeria aus. Wenger konvertierte während der Genesung von einer schweren Krankheit zur Religion der Yoruba und wurde schließlich Yoruba-Priesterin. 

Sie ließ sich 1958 von Beier scheiden und heiratete 1959 einen lokalen Trommler. Sie baute den Schrein der Göttin Oshun wieder auf, schuf monumentale Skulpturen und fertigte großformatige Textilarbeiten in einer speziellen Batik- und Färbetechnik. 1965 gründete Wenger mit Künstlern und Kunsthandwerkern aus Oshogbo die Künstlergruppe „New Sacred Art“.