Sigmar Polke

  • Geboren 1941 in Oels/Schlesien, Deutsches Reich (heute Oleśnica, Polen)
  • Gestorben 2010 in Köln, Deutschland

Sigmar Polkes von der Pop-Art inspiriertes Werk ist schwer einzuordnen und weist keinen leicht wiedererkennbaren Stil auf, doch seine Konstanten sind Ironie und Widerspruch. 

Polke absolvierte von 1959 bis 1961 in Düsseldorf eine Glasmaler-Lehre und studierte anschließend bis 1967 an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf bei Karl Otto Götz (geb. 1914) und Gerhard Höhme (1920–1989). 1963 gründete er mit Gerhard Richter (geb. 1932), Konrad Lueg (1939–1996, eigentlich Konrad Fischer) und Manfred Kuttner (1937–2007) die von der Pop-Art beeinflusste Bewegung des Kapitalistischen Realismus. 

In seiner Malerei imitierte Polke die Rasterpunkte des Halbton-Druckverfahrens, wodurch seine von Fotografien oder Werbeanzeigen übernommenen Motive unscharf und abstrahiert wirken. Er experimentierte mit verschiedenen Techniken und ungewöhnlichen Materialkombinationen, etwa in seinen Stoffbildern, bei denen er handelsübliche Textilien als Hintergründe für Gesten und Motive verwendete, die historische oder zeitgenössische Kunst zitieren. 

Er legte Bilder vielschichtig an, experimentierte mit Prägeverfahren und schuf betont haptische Oberflächen. Polke lehrte mehrere Jahre an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg und erhielt zahlreiche Preise, darunter 1986 den Goldenen Löwen für Malerei bei der Biennale von Venedig und 2002 den japanischen Praemium Imperiale.

Werke von Sigmar Polke in der Ausstellung