Saloua Raouda Choucair

  • Geboren 1916 in Beirut, Libanon, (vormals Osmanisches Reich)

Saloua Raouda Choucair nahm Mitte der 1930er-Jahre in Beirut bei Moustafa Farroukh (1901–1957) und später bei Omar Onsi (1901–1969) Malunterricht. Eine Ägyptenreise im Jahr 1943 weckte ihre Begeisterung für die islamische Kunst und Architektur. 1947 stellte sie in der Galerie für arabische Kultur in Beirut abstrakte Werke aus – ein echtes Novum in diesem Teil der Welt.

1948 zog sie nach Paris, wo sie an der École des Beaux-Arts Aktzeichenkurse besuchte und bei Fernand Léger (1881–1955) Unterricht nahm. Ihr Hang zu geometrischen Formen und arabischen Schriftzeichen veranlasste sie 1950, gemeinsam mit anderen Avantgarde-Künstlern, zur Gründung des Atelier de l’Art Abstrait. Zu dieser Zeit schuf sie ihre ersten nichtgegenständlichen Werke und begann, mit sich wiederholenden Formen zu experimentieren. 1951 kehrte sie nach Beirut zurück.

Choucair arbeitete mit unterschiedlichen Medien und Materialien, doch bekannt sind vor allem ihre Holz- und Steinskulpturen wie z.B. die Poems – abstrakte Gebilde, die aus gleichartigen Modulen zusammengesetzt sind. Trotz ihres frühen Erfolgs in Paris, wo sie schon Anfang der 1950er-Jahre im Salon des Réalités Nouvelles ausstellte und in der Galerie Colette Allendy eine Einzelausstellung hatte, wurde Choucairs Œuvre außerhalb des Libanon kaum zur Kenntnis genommen. Das änderte sich erst, als ihr die Tate Modern in London 2013 eine Retrospektive widmete.

Werke von Saloua Raouda Choucair in der Ausstellung