Piero Manzoni

  • Geboren 1933 in Soncino, Italien
  • Gestorben 1963 in Mailand, Italien

Piero Manzoni war als Künstler weitgehend Autodidakt; seine ersten Gemälde machte er als Siebzehnjähriger. Als er seine Werke 1956 erstmals ausstellte – in einer Gruppenausstellung in seiner Heimatstadt –, hatte er bereits begonnen, mit anthropomorphen Silhouetten, vielfachen Abdrücken von Alltagsgegenständen und der Verwendung von Teer anstelle von Farbe zu experimentieren. 

1957 nahm er an der Ausstellung Movimento Arte Nucleare in Mailand teil. Angeregt durch eine Serie monochrom blauer Werke von Yves Klein (1928–1962), einem Vertreter des Nouveau Réalisme, schuf Manzoni seine ersten Achromes (1957) – farblose Bilder mit plastischen Oberflächen aus Gips, Tonerde oder Kaolin. Für spätere Achromes verwendete er Watte, Baumwolle, Glasfaser, Plüsch und sogar Brötchen. <>

1958 begann seine Zusammenarbeit mit Enrico Castellani und Agostino Bonalumi, mit denen er die Galerie Azimut gründete. Ab dem Ende der 1950er-Jahre wurde Manzonis Kunst konzeptueller. In Werken wie Fiato d’artista (Künstleratem), Merda d’artista (Künstlerscheiße), Uovo con impronta (Ei mit Fingerabdruck), Base Magica (Magischer Sockel) und Ricevuta (certificato di autenticità) (Quittung [Echtheitsbescheinigung]) (alle 1960/61) untersuchte er die ironisch-kritische Funktion des Künstlers und hinterfragte die Dynamik der Kunstmarkts und dessen objektfixierte Mechanismen.<>