Nam June Paik

  • Geboren 1932 in Seoul, Kaiserreich Großjapan
  • Gestorben 2006 in Miami, Florida, Vereinigte Staaten

Nam June Paik gilt als einer der wichtigsten Vorreiter der Videokunst. Während des Koreakrieges (1950–1953) wanderte seine Familie nach Japan aus, wo Paik an der Universität von Tokio studierte. In seiner Abschlussarbeit beschäftigte er sich mit dem bedeutenden österreichischen Komponisten und Musiktheoretiker Arnold Schönberg (1874–1951).

Anschließend studierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, wo er den Künstler und Komponisten John Cage (1912–1992) kennenlernte sowie George Macunias (1931–1978), einen der Begründer der Fluxus-Bewegung, und Joseph Beuys (1921–1986). 

Paik wurde Teil der Fluxus-Gruppe und nahm 1962 an der ersten offiziellen Fluxus-Veranstaltung teil. Im Folgejahr zeigte die Wuppertaler Galerie Parnass seine wegweisende Ausstellung Exposition of Music – Electronic Television. 1964 zog Paik nach New York, wo er sich in seiner Arbeit immer stärker auf Fernsehen und Videokunst konzentrierte. Zu dieser Zeit arbeitete er auch mit der Cellistin Charlotte Moorman (1933–1991) zusammen und verschränkte klassische Musik mit zeitgenössischer Kunst. 

Von 1979 bis 1996 lehrte Paik an der Kunstakademie Düsseldorf. Seine Arbeiten sind in den bedeutendsten internationalen Sammlungen vertreten und werden seit 1962 weltweit in Ausstellungen gezeigt, etwa bei der Whitney-Biennale (1977, 1981, 1983, 1987, 1989), der documenta (1977, 1987) und der Biennale von Venedig (1984, 1993). 2007 erhielt Paik den Orden Erster Klasse der Republik Korea für kulturelle Verdienste.