Mira Schendel

  • Geboren 1919 in Zürich, Schweiz
  • Gestorben 1988 in São Paulo, Brasilien

Mira Schendel gilt als eine der einflussreichsten lateinamerikanischen Künstlerinnen unserer Zeit. Am bekanntesten sind ihre Zeichnungen auf Reispapier. 

Nach der Scheidung ihrer Eltern (1922) zog sie mit ihrer Mutter nach Mailand, wo sie später Philosophie studierte. Wegen ihrer jüdischen Abstammung musste sie die Hochschule wieder verlassen. Während des Zweiten Weltkriegs floh sie aus Italien nach Sarajevo. 

Nach dem Krieg lebte sie in Rom, bis sie 1949 eine Aufenthaltsgenehmigung für Porto Alegre erhielt. Dort studierte sie Aktzeichnen und Bildhauerei, schuf Gemälde und Keramiken. Bei ihrer ersten Einzelausstellung 1950 zeigte sie Porträts, Landschaften und Stillleben. 

1953 zog sie nach São Paulo, wo sie viele Intellektuelle kennenlernte, die wie sie emigriert waren. Ab den 1960er-Jahren entwickelte Schendel eine sparsame Bildsprache mit geometrischen Formen und Schriftzeichen. Am liebsten arbeitete sie mit vergänglichen, durchscheinenden Materialien sowie mit (Aquarell-)Farbe, Talkum, Ziegelstaub und Tusche. 

1964 entstanden die ersten ihrer berühmten Monotypie-Zeichnungen auf Reispapier: Sie verteilte Tusche auf einer Glasplatte, zog mit den Fingern Linien in die Farbe und druckte das Ergebnis auf Reispapier. Außerdem schuf sie dreidimensionale Objekte (Droguinhas) aus verknoteten und ineinander verflochtenen Reispapiersträngen.

Werke von Mira Schendel in der Ausstellung