Mawalan Marika

  • Geboren 1908 in Yirrkala, nordöstliches Arnhem Land, Northern Territory, Australien
  • Gestorben 1967 in Yirrkala, nordöstliches Arnhem Land, Northern Territory, Australien

Mawalan Marika war leitender Zeremonienmeister des Rirratjingu-Clans im nordöstlichen Arnhem Land und ein wichtiger Künstler des australischen Yolngu-Stammes. Als Protagonist einer veritablen Künstlerdynastie ignorierte er die traditionellen Geschlechterrollen und brachte sowohl seinen Töchtern wie auch seinen Söhnen das Malen bei. 

Viele seiner Familienmitglieder – darunter auch sein Bruder Mathaman, sein Sohn Wandjuk und seine Töchter Banduk und Dhuwarrwarr – sind bekannte Aborigine-Künstler. Marika betrachtete die Kunst als ein wichtiges Medium zur Verbreitung der Yolngu-Kultur. Die Vermarktung kreuzschraffierter Baumrindenmalereien in den 1950er-Jahren ist nicht zuletzt ihm zu verdanken. 

Seine Kompositionen beinhalten sowohl traditionelle geometrische Elemente als auch Totemfiguren, die spirituelle und alltägliche Begebenheiten darstellen. Ende der 1950er-, Anfang der 1960er-Jahre fertigte Marika auf Rinde und auf Schnitzobjekten, die mit Federn und zeremoniellen Körperbemalungen geschmückt wurden, legendäre Illustrationen zum Songzyklus des Ahnengeists Djangkawu. 

Er setzte sich leidenschaftlich für die Rechte der Aborigines ein. 1935, während des Aufbaus einer methodistischen Missionsstation in Yirrkala, vertrat er die Belange des Rirratjingu-Clans und war Informant der Ethnologen Catherine und Roland Berndt. 1963 war er an der Übermittlung der sogenannten Yonglu Bark Petition an das australische Parlament beteiligt, einer auf Rinde gemalten Petition, die sich gegen den Abbau von Bauxit im Land der Yolngu wandte.