Lygia Pape

  • Geboren 1927 in Rio de Janeiro, Brasilien
  • Gestorben 2004 in Rio de Janeiro, Brasilien

Lygia Pape war eine sehr experimentierfreudige Allrounderin, die sich mit formalen Fragen, Bildhauerei, Druckgrafik, Installation und Film auseinandersetzte. Mit 20 wurde sie Mitglied der in Rio de Janeiro ansässigen Grupo Frente, die sich der konkreten Kunst und der geometrischen Abstraktion verschrieben hatte. 

1959 unterzeichnete sie mit Lygia Clark (1920–1988) und Hélio Oiticica (1937–1980) das Manifesto Neoconcreto (neokonkretes Manifest). Die Vertreter der neokonkreten Bewegung waren der Ansicht, dass Kunst die aktive Beteiligung des Betrachters erfordern solle, und widersprachen damit dem vorherrschenden Ethos der konkreten Kunst. Papes Frühwerk, so z.B. die aus geometrischen Holzschnitten bestehende Serie Teclares (Weben), die 1955 auf der dritten Biennale von São Paulo gezeigt wurde, nimmt Bezug auf die Handwerkskunst. 

Ihr 1959 entstandenes Livro da Criacao (Buch der Schöpfung) band Betrachter aktiv in den Schaffensprozess mit ein. In den 1960er-Jahren knüpfte Pape Kontakte zu den Machern des dokumentarisch-satirischen Cinema marginal und des Cinema novo. 

1967 war sie Mitorganisatorin der bahnbrechenden Ausstellung New Brazilian Objectivity am Museu de Arte Moderna in Rio de Janeiro. Im gleichen Jahr schuf sie das Werk Roda Dos Prazeres (Kreis des Vergnügens). Es besteht aus Schüsseln mit eingefärbtem Wasser, von dem Besucher kosten können, dessen Geschmack aber nicht zwangsläufig zu den jeweiligen Farbtönen passt. 

Von 1972 bis 1985 lehrte Pape Semiotik an der Universidade Santa Úrsula; 1983 wurde sie von der Universidade Ferdal do Rio de Janeiro zur Professorin für bildende Kunst ernannt.

Werke von Lygia Pape in der Ausstellung