Lygia Clark

  • Geboren 1920 in Belo Horizonte, Brasilien
  • Gestorben 1988 in Rio de Janeiro

1947 nahm Lygia Clark ein Kunststudium bei dem Architekten Roberto Burle Marx auf. Ihre frühen Gemälde waren geprägt vom aufkeimenden brasilianischen Konstruktivismus der 1950er-Jahre. Von 1950 bis 1952 studierte sie in Paris bei Fernand Léger und entwickelte in dieser Zeit ein noch ausgeprägteres Gespür für Formen und deren Sinnlichkeit. Nach der Rückkehr nach Brasilien schloss sie sich 1954 in Rio der konkretistischen Avantgardebewegung Grupo Frente an. 1959 begründete sie die Künstlergruppe Neoconcrete mit und wurde, neben Hélio Oiticica, eine ihrer führenden Vertreter.

Zur gleichen Zeit verlagerte sich ihr Schwerpunkt vom Kunstobjekt zu einer interaktiven Kunst. Ihre Anfang der 1960er-Jahre entstandenen Bichos (Kreaturen) – eine Serie beweglicher, aus geometrisch geformten und durch Scharniere miteinander verbundenen Aluminiumteilen zusammengesetzter Objekte, für die sie 1961 mit dem Skulpturenpreis der Biennale von São Paulo ausgezeichnet wurde – waren eine Aufforderung an den Betrachter, sich aktiv mit ihrem Werk zu beschäftigen. 1968 konzipierte die Künstlerin für das Museu de Arte Moderna do Rio de Janeiro die begehbare Installation A casa é o corpo (Das Haus ist der Körper).

Im gleichen Jahr übersiedelte sie nach Paris, wo sie ab 1972 mehrere Jahre an der Sorbonne lehrte und therapeutische Verfahren entwickelte, bei denen sie mit Kunstobjekten arbeitete. 1976 kehrte sie nach Brasilien zurück. Für etwa ein Jahrzehnt gab sie die Kunst vollständig auf, um sich ausschließlich ihren therapeutischen Techniken zu widmen. Clarks größtes Vermächtnis besteht darin, das Potenzial der Kunst um eine physische und psychische Dimension erweitert zu haben.

Werke von Lygia Clark in der Ausstellung