Luis Felipe Noé

  • Geboren 1933 in Buenos Aires, Argentinien

Der argentinische Künstler und Schriftsteller Luis Felipe Noé studierte Malerei und Rechtswissenschaften, ehe er 1961 die Künstlergruppe Otra Figuración (Andere Figuration) mitgründete. Das prozessorientierte, experimentelle Werk der Gruppe, die sich der neuen Figuration verbunden fühlte, reflektierte die turbulente gesellschaftliche und politische Lage Argentiniens in den 1960er-Jahren. „Ich glaube an das Chaos als einen Wert“, sagte Noé. 

Sein aus neun Einzelbildern bestehendes Gemälde Introducción a la esperanza (Einführung in die Hoffnung), das eine chaotische, aufgebrachte Menschenmenge zeigt, die Protestschilder hochzuhalten scheint, wurde 1963 mit dem Premio-Palanza-Preis des Instituto Torcuato Di Tella ausgezeichnet.

Obwohl sich Otra Figuración 1963 offiziell auflöste, nahm die Gruppe 1964 an der Ausstellung für den Guggenheim International Award teil. Ein Jahr später erhielt Noé ein Guggenheim-Stipendium und zog nach New York. Dort schuf er ephemere skulpturale Installationen und veröffentlichte das antiästethische Pamphlet Antiestética

1967 kehrte er nach Buenos Aires zurück, eröffnete eine Bar und entwarf komplexe Rauminstallationen mit Spiegeln, die ihn zu den absurden Elementen seines 1974 publizierten Romans Recontrapoder inspirierten. Nachdem sich das Militär 1976 an die Macht geputscht und Isabel Perón abgesetzt hatte, zog Noé nach Paris. 

1975 nahm er die Malerei wieder auf, schuf expressive Landschaftsbilder und erfand eine Technik, mit der sich eine Art Knittereffekt auf der Leinwand erzielen ließ. 1987 kehrte er nach Argentinien zurück.

Werke von Luis Felipe Noé in der Ausstellung