León Ferrari

  • Geboren 1920 in Buenos Aires, Argentinien
  • Gestorben 2013 in Buenos Aires, Argentinien

Der Autodidakt León Ferrari arbeitete mit den verschiedensten Medien. Er begann seine künstlerische Laufbahn in den 1950er-Jahren als Bildhauer in Italien. 1955 hatte er seine erste Einzelausstellung in Mailand und kehrte im selben Jahr nach Argentinien zurück, wo er seine künstlerisches Spektrum schon bald um Keramiken, Collagen, Gemälde und Zeichnungen erweiterte. Darüber hinaus arbeitete er mit Gips, Zement, Holz und Edelstahldraht. 

Anfang der 1960er-Jahre setzte er mehr und mehr auch Techniken der Konzeptkunst ein, und es entstanden seine ersten „Geschriebenen Gemälde“ und „Geschriebenen Zeichnungen“. Mit diesen beinahe kalligrafischen Arbeiten lotete er die Grenzen zwischen Linien und Wörtern aus. 

Ferrari ist vor allem für sein Interesse an sozialen und politischen Belangen bekannt, die sich in seiner Kunst widerspiegeln. Sein berühmtes Werk La Civilización Occidental y Cristiana (Die abendländische christliche Zivilisation, 1965) war eines der ersten Kunstwerke, mit denen er gegen die militärische Intervention der Vereinigten Staaten in Vietnam protestierte. 1976 verließ er Argentinien aus politischen Gründen und ging ins selbst gewählte Exil nach Brasilien. Dort schuf er mithilfe der Technik der Heliografie Serien von „Plänen“, die – mit sarkastischen Anmerkungen versehen – Ausschnitte aus labyrinthischen Welten zeigen. Darüber hinaus verfasste er kritische Essays und entwickelte neue Musikinstrumente. 1991 kehrte der vielfach ausgezeichnete Künstler nach Argentinien zurück.

Werke von León Ferrari in der Ausstellung