Joaquim Rodrigo

  • Geboren 1912 in Lissabon, Portugal
  • Gestorben 1997 in Lissabon, Portugal

Der portugiesische Maler Joaquín Rodrigo war Autodidakt und ab 1938 zunächst als Professor für Agrarwissenschaft tätig. 1951 begann er seine Werke in Ausstellungen der Sociedade Nacional de Belas Artes (SNBA) zu zeigen. 

Nachdem er in den 1950er-Jahren bei einem Besuch der Galerie Denise René in Paris Arbeiten von Victor Vasarely und Piet Mondrian gesehen hatte, verwarf er die figurative Malerei zugunsten der Abstraktion. 1954 stellte Rodrigo beim ersten Salon für abstrakte Kunst in der Galeria de Março in Lissabon aus, 1957 präsentierte er sich bei der vierten Biennale von São Paulo und 1958 auf der Brüsseler Weltausstellung (Expo ’58). 

In den 1960er-Jahren, als die Pop-Art in Europa und in den Vereinigten Staaten ihre Blütezeit erlebte, entwickelte Rodrigo eine Art nicht naturalistischen Symbolismus, der figurative und abstrakte Elemente miteinander verschmolz. 

Mehrere Kritiker behaupteten, seine Arbeiten seien von den Werken der Aborigines und anderer indigener Völker beeinflusst. Seine Gemälde aus dieser Zeit üben scharfe Kritik an der Kolonialpolitik. In M.L. (1961) beispielsweise, einem Werk mit afrikanisch anmutender Formensprache und blutroter Farbpalette, spielt Rodrigo auf die Ermordung des kongolesischen Premierministers Patrice Lumumba an. 1972 hatte Rodrigo seine erste Einzelausstellung – eine Retrospektive in den Räumen der SNBA.

Werke von Joaquim Rodrigo in der Ausstellung