Joan Mitchell

  • Geboren 1925 in Chicago, Illinois, Vereinigte Staaten
  • Gestorben 1992 in Paris, Frankreich

Joan Mitchell ist vor allem für ihre abstrakten, expressionistischen Gemälde bekannt, dichte Kompositionen, die auf fahlem Untergrund klare Pinselstriche und kräftige Farben vereinen. Von 1942 bis 1944 besuchte sie das Smith College in Northampton, Massachusetts, und anschließend die Schule des Art Institute of Chicago, wo sie einen Bachelor- (1947) bzw. Masterabschluss (1950) erlangte. 

Sie lebte kurzzeitig in New York, zog jedoch 1948 mithilfe eines Stipendiums nach Paris und unternahm Reisen nach Spanien und in die Tschechoslowakei. In dieser Zeit malte sie hauptsächlich expressionistische Landschaftsbilder, entwickelte ihren Stil aber bereits in Richtung Abstraktion. 

1949 kehrte sie nach New York zurück, wo sie rasch Teil der künstlerischen Avantgarde in Manhattan wurde und mit so prominenten Vertretern der New Yorker Schule wie Franz Kline (1910–1962) oder Willem de Kooning (1904–1997) verkehrte. 1951 wurde sie als eine von wenigen Frauen Mitglied des Eighth Street Club und nahm an der bahnbrechenden Ninth Street Show teil. Im Jahr darauf wurden ihre Werke erstmals in New York in einer Einzelausstellung gezeigt, und sie begegnete dem Dichter Frank O’Hara (1926–1966), dessen Gedichte (neben anderen) sie in ihrer Arbeit inspirierten. 

Von 1955 an lebte Mitchell abwechselnd in New York und in Frankreich. 1968 ließ sie sich in Vétheuil nieder, einem Dorf im Nordwesten von Paris. Zu den Künstlern, denen sie während ihrer Zeit in Frankreich verbunden war, gehörte auch Cy Twombly (1928–2011).