Jiro Takamatsu

  • Geboren 1936 in Tokio, Japan
  • Gestorben 1998 in Tokio, Japan

Jirō Takamatsu war ein einflussreicher Künstler und Kunsttheoretiker. Er studierte an der Tōkyō Geijutsu Daigaku (Kunsthochschule Tokio) im Hauptfach Ölmalerei und machte 1958 seinen Abschluss. In den 1960er- und 1970er-Jahren beschäftigte er sich mit Bildhauerei, Fotografie, Malerei, Zeichnung und Performance, woraus ein vielfältiges Œuvre resultierte. 

Er war Gründungsmitglied des legendären Künstlerkollektivs Hi Red Center (1963–1964) und gilt als Schlüsselfigur der Mono-ha-Bewegung (Schule der Dinge) (1967–1979). In seiner Kunstpraxis hinterfragte Takamatsu die materiellen und metaphysischen Grundlagen der Kunst und negierte zugleich die Grenzen zwischen Kunst und Leben (Nachbildung einer 1000-Yen-Note, 1963). 

Er führte Aktionen und Interventionen in Tokio durch, arbeitete ansonsten aber vornehmlich seriell. Shadow (1964–1998) – eine Reihe von Schattenbildern – und Photograph of Photograph (1972–1973) gehören zu seinen einflussreichsten Serien. Von 1968 bis 1972 lehrte Takamatsu an der Kunsthochschule Tama in Tokio, war zugleich aber weiterhin als Künstler und Kunsttheoretiker tätig. 

1966 hatte er die erste von insgesamt acht Einzelausstellungen in der Tokyo Gallery. Außerdem nahm er an vielen bedeutenden Gruppenausstellungen teil, u.a. an der Biennale von Venedig (1968), an der Pariser Biennale (1969) und an der documenta (1977).