Jikken Kōbō

  • Geboren 1951 in Tokyo, Japan

Das 1951 in Tokio gegründete Multimedia-Kollektiv Jikken Kōbō („Experimentelles Atelier“) bestand aus Komponisten, bildenden Künstlern, Bühnenbildnern, Lichtdesignern, Ingenieuren und Musikern. Mit der Verbindung verschiedener Kunstformen wollten diese nach den Worten des Gründers Shūzō Takiguchi (1903–1979) „eine organische Kombination erreichen, die sich nicht innerhalb der Konventionen einer Galerieausstellung realisieren lässt, und einen neuen Kunststil von gesellschaftlicher Relevanz begründen, der eng mit dem alltäglichen Leben in Verbindung steht“. Teils vom Bauhaus und den Surrealisten inspiriert – etwa zur gleichen Zeit widmeten sich auch Künstler am Black Mountain College in North Carolina ähnlichen Experimenten –, schuf Jikken Kōbō Performances als komplexe, vielschichtige Installationen, bei denen die Künstler an der gesamten Inszenierung beteiligt waren. Jikken Kōbō zählt zudem zu den Vorreitern bei der Verwendung neuer Medien, was beispielsweise zu einer Kreativpartnerschaft mit Sony führte, und schuf Kollektivarbeiten, die Technologien wie Kassettenrecorder und Diaprojektoren mit traditionellen japanischen Kunstformen vereinten. Obgleich andere Vereinigungen wie die Gutai-Gruppe in ihr aufgingen, wurde die Arbeit von Jikken Kōbō erst jüngst – vor allem durch Ausstellungen im Museum of Modern Art, New York (2012), und in der Tate Modern, London (2013) – außerhalb Japans bekannt.

Werke von Jikken Kōbō in der Ausstellung