Jewad Selim

  • Geboren 1919 in Ankara, Osmanisches Reich
  • Gestorben 1961 in Bagdad, Irak

Jewad Selim gilt als Vater der modernen irakischen Kunst. Sein Unterricht am Institute of Fine Arts in Bagdad beeinflusste eine ganze Generation von Künstlern. Von 1938 bis 1940 studierte er als Stipendiat in Paris und Rom. 

Im Zweiten Weltkrieg kehrte er nach Bagdad zurück und baute am Institute of Fine Arts den Fachbereich Bildhauerei auf, zu dessen Leiter er schließlich ernannt wurde. Nach dem Krieg besuchte er die Slade School of Art in London. 

1951 gründete er die Baghdad Modern Art Group. Selim kombinierte die traditionelle irakische Ikonografie – etwa der alten ägyptischen und mesopotamischen Plastik, babylonischer und assyrischer Reliefs und der Miniaturmalerei – mit den Neuerungen, die moderne Künstler aus dem Westen, wie z.B. Aristide Maillol (1861–1944) und Henry Moore (1898–1986), eingeführt hatten, und entwickelte so eine moderne irakische Bildsprache. 

In den 1950er-Jahren schuf er überwiegend Gemälde, etwa die bekannte Serie Baghdadiat, eine Hommage an die traditionelle Malerei der Abbasiden. Dann wandte er sich mehr und mehr der Bildhauerei zu. 

Eine seiner bekanntesten Arbeiten ist das monumentale Bronzerelief Nasb al-Hurriya (Monument für die Freiheit, 1960–1961), das an einer Mauer mitten in Bagdad an die irakische Revolution von 1958 erinnert. Noch ehe er sein Werk vollendet hatte, erlitt Selim einen Herzinfarkt und starb im Alter von 41 Jahren.

Werke von Jewad Selim in der Ausstellung