Jess (Burgess Franklin) Collins

  • Geboren 1923 in Long Beach, Kalifornien, Vereinigte Staaten
  • Gestorben 2004 in San Francisco, Kalifornien, Vereinigte Staaten

In seinen Malereien und Collagen, in denen er oft Bilder und Symbole aus Mythen, Fabeln, Chemie oder Alchemie aufgreift, erschuf Jess – nach dem Bruch mit seiner Familie Ende der 1940er-Jahre verwendete er nur noch seinen Vornamen – absurde und komplexe Bildwelten. 

1943 wurde der Chemiestudent des California Institute of Technology in die US-Armee eingezogen und dem Ingenieurskorps zugeteilt, in dem er bis 1946 in Oak Ridge, Tennessee, im Rahmen des Manhattan Project an der Produktion von Plutonium für Atombomben arbeitete. Nach dem Abschluss in Strahlenchemie stellte er seine Beteiligung an der Nuklearforschung zunehmend infrage und begann sich der Malerei zuzuwenden. 

1949 schrieb er sich an der California School of Fine Arts (heute: San Francisco Art Institute) ein, wo er unter anderem bei dem Abstrakten Expressionisten Clyfford Still (1904–1980) und dem figurativen Maler Elmer Bischoff (1916–1991) studierte; seine erste Einzelausstellung erhielt er 1950 in der Helvie Makela Gallery in San Francisco. 

In den 1950er-Jahren experimentierte Jess in Stillleben, Porträts und Landschaften, die er mitunter mit Schöpfungsmythen verglich, mit narrativen Ansätzen und Techniken. In dieser Zeit entstanden auch erste Collagen, sogenannte „paste-ups“. Arbeiten aus seiner Serie Translation (Übersetzung, 1959 begonnen) integrieren zudem literarische Texte.

Werke von Jess (Burgess Franklin) Collins in der Ausstellung