Jean Fautrier

  • Geboren 1898 in Paris, Frankreich
  • Gestorben 1964 in Châtenay-Malabry, Frankreich

Der Maler, Druckgrafiker und Bildhauer Jean Fautrier ist vor allem für seinen Beitrag zum Tachismus bekannt, einem nichtgeometrischen abstrakten Stil, der auf spontanen Pinselstrichen, getropfter Farbe und gekritzelten Markierungen beruht. 

Fautrier wuchs bis 1908 bei seinem Vater und seiner Großmutter in Paris auf und zog dann mit seiner Mutter nach London. Er begann dort 1912 eine künstlerische Ausbildung an der Royal Academy of Arts und wechselte für kurze Zeit an die Slade School of Fine Art, die für eine unkonventionellere, experimentellere Kunstpraxis stand. Er begann auch, in Londoner Galerien und Museen zu malen, insbesondere nach Werken des frühromantischen Landschaftsmalers J. M. W. Turner (1775–1851). 1917 kehrte er nach Frankreich zurück, um in der französischen Armee zu dienen. 

In den 1930er-Jahren durchlebte Fautrier eine künstlerische und ökonomische Krise, arbeitete als Skilehrer und leitete von 1934 bis 1939 einen Jazzclub in den französischen Alpen. In dieser Zeit entstanden nur wenige Bilder. Während des Zweiten Weltkriegs und in der Nachkriegszeit illustrierte er Bücher von Georges Bataille (1897–1962) und Paul Éluard (1895–1952). 1943 wurde er vorübergehend von der Gestapo inhaftiert; danach lebte er im Untergrund, wo er seine Serie der Otages (Geiseln) vollendete, die ihm die Anerkennung der Kritik einbrachte. Das Musée d’Art moderne de la Ville de Paris zeigte 1989 eine Retrospektive von Fautriers Werk.

Werke von Jean Fautrier in der Ausstellung