Jasper Johns

  • Geboren 1930 in Augusta, Georgia, Vereinigte Staaten

Mit groben Pinselstrichen und collagierten Elementen wiedergegebene Identitätssymbole und Symbole der alltäglichen Bildersprache sind das Markenzeichen von Jasper Johns – ein Ansatz, mit dem er eine Brücke schlägt zwischen den Traditionen der Appropriation Art und dem Expressionismus. 1947/48 studierte Johns an der University of South Carolina. 

Ende 1948 übersiedelte er nach New York, wo er 1949 kurzzeitig die Parsons School of Design besuchte. 1952 wurde er zum Militär einberufen und im japanischen Sendai stationiert. 1953 kehrte er nach New York zurück, wo er seinen späteren Lebenspartner Robert Rauschenberg (1925–2008) sowie John Cage (1912–1992) und Merce Cunningham (1919–2009) kennenlernte, mit denen er in verschiedenartigsten gemeinsamen Projekten den vorherrschenden Tendenzen des Abstrakten Expressionismus etwas entgegensetzte. 

Johns, der dem Neodadaismus zugeordnet wurde, begann Motive wie Flaggen, Landkarten und Schießscheiben umzugestalten. Später arbeitete er mit Zahlen- und Buchstabenschablonen, die die Aufmerksamkeit vom Außergewöhnlichen auf das Genormte lenken sollten. 

Seine erste Einzelausstellung hatte er 1958 in der New Yorker Leo Castelli Gallery, bei der das Museum of Modern Art vier seiner Gemälde, darunter Flag (1954–1955) und Target with Four Faces (1955), erwarb. 1988 wurde der Künstler bei der Biennale von Venedig mit dem Großen Preis für Malerei ausgezeichnet. Zwischen 1964 und 1977 war er darüber hinaus auf jeder documenta vertreten.