Ivan Kožarić

  • Geboren 1921 in Petrinja, Kroatien (vormals Jugoslawien)

Ivan Kožarić gehört zu den führenden Konzeptkünstlern seiner Generation. Sein humorvolles Werk umfasst Arbeiten in den unterschiedlichsten Gattungen, von Skulpturen bis zu Texten. Oft gestaltet er ältere Werke um oder kehrt zu früheren Ideen zurück. 

Nach Abschluss seines Studiums an der Akademie der Schönen Künste in Zagreb 1947 konzentrierte er sich zunächst auf die menschliche Figur. In Osjećaj cjeline (Ein Gefühl der Ganzheit) (1953–1954) manifestierte sich seine Hinwendung zur Abstraktion. Nach einem kurzen Aufenthalt in Paris schloss er sich 1969 der locker organisierten Avantgardegruppe Gorgona an, zu der u.a. Künstler wie Dimitrije Bašičević (Mangelos) (1921–1987) und Josip Vaništa (* 1924) gehörten. Gorgonas Aktionen reichten vom Ausfüllen absurder Fragebogen über gemeinsame Spaziergänge bis zur Herausgabe des anti-magazines, eines Künstlerbuch-Projekts. 

In den 1960er-Jahren schuf Kožarić Skulpturen mit Hohlräumen. Für die Biennale in Venedig arrangierte er 1976 ältere Skulpturen zu scheinbar absichtslos aufeinandergestapelten Hrpa (Haufen). 

Auf der documenta 11 präsentierte er 2002 sein gesamtes Atelier, dessen Inhalt – mehr als 6.000 Werke – 2007 vom Museum für Zeitgenössische Kunst in Zagreb erworben wurde, und erfuhr seither schon mehrere, vom Künstler inszenierte Verwandlungen. 2013 zeigte das Haus der Kunst mit Freiheit ist ein seltener Vogel die umfassendste Übersichtsausstellung, die Kožarićs Werk außerhalb Kroatiens bislang gewidmet wurde.