Inji Efflatoun

  • Geboren 1924 in Kairo, Ägypten (damals Königreich Ägypten
  • Gestorben 1989 in Kairo, Ägypten

Die Malerin Inji Efflatoun war Marxistin und Feministin. Nach der Scheidung ihrer Eltern lebte sie bei ihrer Mutter, deren Entschlossenheit, ihre Situation als alleinstehende, berufstätige Frau zu meistern, sie sehr beeindruckte. Schon als Schülerin des Lycée Français du Caire kam Efflatoun mit dem Marxismus in Berührung. 1942 trat sie einer kommunistischen Jugendorganisation bei. Ihr Kunstlehrer Kamel Al-Tilmisani (1915–1972) machte sie mit der Surrealistengruppe Art and Liberty (ALG) bekannt.

Als feministische Aktivistin beteiligte sich Efflatoun 1945 an der Gründung einer Liga junger Studentinnen; Ende der 1940er-Jahre verfasste sie politische Pamphlete zur Unterdrückung des Proletariats und der Frauen, für die sie den Imperialismus verantwortlich machte. Von 1946 bis 1948 legte sie eine Schaffenspause ein. Nach einem Besuch Luxors, Nubiens und der ägyptischen Oasen begann sie die ägyptische Arbeiterklasse zu porträtieren, insbesondere das harte Los der Frauen. 1952 war sie auf der Biennale von Venedig, 1953 auf der Biennale von São Paulo vertreten.

1956 freundete sie sich mit dem einflussreichen mexikanischen Maler David Alfaro Siqueiros (1896–1974) an. Wegen ihrer kommunistischen Umtriebe wurde sie 1959, während der Herrschaft von Präsident Gamal Abdel Nasser, verhaftet. Im Gefängnis begann sie wieder zu malen; ihr Sujet war die düstere Realität des Gefängnisalltags. Nach ihrer Entlassung 1963 wandte sie sich vom Sozialistischen Realismus ab; ihre Darstellungen der Arbeiterklasse wurden leichter und strukturierter.

Werke von Inji Efflatoun in der Ausstellung