Guy Debord

  • Geboren 1931 in Paris, Frankreich
  • Gestorben 1994 in Bellevue-la-Montagne, Frankreich

Der französische Intellektuelle und Marxist Guy Debord gehörte zu den Gründungsmitgliedern der 1957 im italienischen Alba ins Leben gerufenen revolutionären Situationistischen Internationale (SI). Weitere Gründungsmitglieder waren seine Frau, die Romanautorin und Kritikern Michèle Bernstein (geb. 1932), und der Autor und Künstler Asger Jorn (1914–1973). Da die SI die Theorie der „industriellen“, in Massen produzierten Kunst und den damit verbundenen Konsumismus ablehnte, konzentrierte sich das künstlerische Schaffen ihrer Anhänger nicht mehr auf die Produktion von spezifischen Objekten, sondern folgte einer allgemeinen Kritik der kapitalistischen Struktur. 

In seinem 1967 veröffentlichten Buch La Société du spectacle (dt. Die Gesellschaft des Spektakels, 1967) legte Debord dar, wie der Konsum von Bildern die authentische menschliche Interaktion ersetzt hatte, und kam zu dem Schluss, dass das daraus resultierende „Kulturspektakel“ ein Kennzeichen des Spätkapitalismus darstelle. Das Buch wird häufig als zentrales Manifest der Pariser Mai-Unruhen 1968 angesehen, da viele Demonstranten Slogans aus dessen Inhalt skandierten. Nach der Auflösung der SI 1972 arbeitete Debord vor allem als Filmemacher (u.a. enstand eine Filmversion von La Société du spectacle, 1973) und schrieb eine Fortsetzung seines Schlüsselwerkes mit dem Titel Commentaires sur la société du spectacle (1988). Am 30. November 1994 beging Debord, der zuletzt stark unter den Auswirkungen einer lebenslangen Trinksucht litt, in seinem Haus in Champot bei Bellevue- la-Montagne Selbstmord.

Werke von Guy Debord in der Ausstellung