Gerhard Richter

  • Geboren 1932 in Dresden, Deutsches Reich

Das umfangreiche, zwischen Realimus und Abstraktion oszillierende Œuvre Gerhard Richters spiegelt persönliche und kollektive Erfahrungen beim Wiederaufbau der kulturellen Identität Deutschlands während der Nachkriegszeit wider. 

Nach einem Studium der Malerei an der Kunstakademie Dresden (1951–1956) begann Richter seine künstlerische Laufbahn als Wandmaler in der ehemaligen DDR. Nachdem er bei der documenta 1959 Bekanntschaft mit dem Abstrakten Expressionismus gemacht hatte, beschloss der Künstler, nach Westdeutschland zu fliehen, um seinen eigenen Malstil weiterentwickeln zu können. 

Von 1961 bis 1964 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf. Die 1960er-Jahre waren prägend für Richters stilistische Entwicklung wie auch für die seiner Kommilitonen Sigmar Polke (1941–2010) und Konrad Lueg (1939–1996). Gemeinsam mit Manfred Kuttner (1937–2007) präsentierten die drei Künstler 1963 in einem Düsseldorfer Möbelhaus die richtungweisende Installation Leben mit Pop – eine Demonstration für den kapitalistischen Realismus

Im darauffolgenden Jahr zeigte die Düsseldorfer Galerie Schmela seine erste Einzelausstellung. In den 1960er- und 1970er-Jahren entstanden die ersten verschwommenen Bilder, bei denen er sich von Fotografien und den Medien insgesamt inspirieren ließ. Seit den 1970er-Jahren widmet sich der Künstler gleichermaßen der gegenständlichen wie der abstrakten Malerei.

Auf diese Weise entstanden seine Rakeltechnik, die Glasbilder, die Vanitasmotive der 1980er-Jahre, aber auch die neueren Werke, bei denen er Techniken des Digitaldrucks einsetzt. Dem Œuvre Richters wurden zahlreiche Retrospektiven gewidmet, und seit 1972 hat er jeweils fünf Mal an der Biennale von Venedig und an der documenta teilgenommen.

Werke von Gerhard Richter in der Ausstellung