Gerhard Rühm

  • Geboren 1930 in Wien, Österreich

Bekannt wurde Gerhard Rühm durch seine akustischen Kunstwerke, zu denen Lautgedichte und Sprechtexte gehören. Er studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien und nahm später Privatunterricht bei dem Komponisten Josef Matthias Hauer (1883–1959). 

Sein herausragendes, Gattungsgrenzen überschreitendes Werk nahm ab Anfang der 1950er-Jahre Gestalt an. Neben der akustischen Kunst widmete Rühm sich auch der Zeichnung, der visuellen Poesie und Fotomontage. Unter anderem experimentierte er mit Übermalung (l’essentiel de la grammaire, 1962) und Collage (Typocollagen, 1955–1963). 

Er gehört zu den ersten „konkreten Poeten“ Wiens und war Mitbegründer der Wiener Gruppe (um 1954–1955), die 1958 die ersten Happenings in Österreich veranstaltete. In seiner Dichtung und Musik, seiner visuellen und akustischen Kunst manifestiert sich sein Interesse an der Sprache und an dem mehrdeutigen Verhältnis von Inhalt und Form. Ihm ging es nicht nur um die Frage, welche Ausdrucksmöglichkeiten die Sprache bietet, sondern auch um die Offenbarung ihres gesellschaftlichen Potenzials. 

1964 zog Rühm nach Deutschland, wo er von 1972 bis 1995 an der Hamburger Hochschule für bildende Künste lehrte. Sein Werk war in zahlreichen Ausstellungen zu sehen, etwa auf der documenta (1977 und 1987). Rühm erhielt viele bedeutende Preise, u.a. 1991 den Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur.

Werke von Gerhard Rühm in der Ausstellung